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Vor 1918
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
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39 auf die wechselnde „Parzellensituation“ des betreffenden Grundstreifens (ohne vorgefundene Einzeichnung des Standplatzes oder etwaigen Versetzungsvermerks - sic! - ) und abermals auf die für den Wert des Monuments all-entscheidende [in diesem Fall weder „nachvollziehbare“ noch zutreffende], „angenommene Kontinuität des Standortes“.154 Die hohen Kosten einer Versetzung hätte in dieser althergebrachten "untertänigen Kleinhäusler-Siedlung" lediglich der aus der Stadt Linz zugezogene wohlhabende Kaiserliche Rat Friedrich Tscherne tragen können und wollen, und eben dieser als Ehrenmann mit Handschlagqualität geschätzte Großindustrielle hatte seinem Freund, dem Schlossbesitzer Josef Weingärtner die Belassung in situ zugesagt und sich bei der Errichtung seines Eingangstores an sein Versprechen gehalten, auf ein "Fußgängertürchen" verzichtet (s.o.). 155 Als "Nicht-Linzer" und daher nicht „persönliche Überlieferungsträger“ waren die Autoren dieser Publikation natürlich neben den Archiv-, Grundbuch- und Vermessungsamt- Unterlagen und -Auskünften auf die von Insidern (unabhängig voneinander) erhobenen Aussagen, auf Überlieferungswissen, lokale Einsichtnahme etc angewiesen.156 Dabei kristallisierte sich abermals als feststehend heraus, dass aus historischen Gründen die Gerichtssäulen im unmittelbaren [südöstlichen] Eckbereich der Herrschaftsgrenze auf Herrschaftsgrund aufgestellt worden sein müssen, ungeachtet, ob sie dann bei Parzellen- Eigentümer-Wechsel, Parzellenteilungen- und- Zusammenlegungen, etc, durch Aufstellung von Holzhütten o.Ä. vor ihrem Stand-Punkt, gleichsam plötzlich südlich, nördlich oder westlich zu stehen schienen bzw vom jeweiligen Gesichtswinkel betrachtet, so wahrzunehmen waren. 157 Die vom BDA infolge seiner "nunmehrigen Recherchen" eingebrachte "Erläuterungsfindung" und Argumentation hinsichtlich der Holzhütten ist insofern leicht zu widerlegen, dass Abmessungen und Blickwinkel für die einstmalige Aufstellung der Holzhüttenreihe der ehemaligen Hoftaverne Hagen (Hagenstr. 41) ihre Platzierung eindeutig und zweifelsfrei hinter der Häuserfront-, Straßen- und Nachbargrund- Linie, anschließend an den notwendigerweise stets freigehaltenen ohnehin engen Umkehrplatz ("Umkehrplatzl") und örtlich nach dem Säulenmonument ergeben. Der Hagen´sche Gärtner Johann Rezac, der auch zeitweise für Tscherne arbeitete, schilderte mehrmals die schwierige Umkehr-Situation bei den Säulen, wenn mit größeren 154 BG Urfahr, EZ 211/7, Kaufvertrag 22. Februar 1907. Die Autoren durchforsteten seit 1997 in penibler und umfassender Forschungstätigkeit unzählige Archivalien in diversen Archiven, hatten Zeit- und Augenzeugen kontaktiert, nach Überlieferungswissen befragt, auch im Hinblick auf die Gerichtssäulen speziell geforscht (s.o.; > Studium Geschichte), hegten daher keinerlei Erwartungen eines Beleg-Fundes oder historisch- seriösen Hinweises seitens des BDA, was sich auch bestätigte. Die in unserer Studie erwähnten Vermerke bzgl Darstellung auf dem Tragaltar aus dem 18. Jh (Walter Reder), die [Zeitzeugen-] Aussagen (ua Johann Rezac, Jeanette Heimerl) zur Ära Tscherne und die der nachfolgenden Parzellenbesitzer, Anrainer und Wissensträger, sind daher bis zum "eventuellen" Auftauchen anderer Zeugnisse als die einzigen "tatsächlichen Belege" anzusehen. Rezac sah den Altar, als er bei Tscherne half, eine Zimmertanne in die Mansarde zu tragen. Rezac, 18. Juni 2000. 155 Schäffer, F. Tscherne; auch wiederholt mitgeteiltes Wissen Johann Rezacs (ua PI 26. Juni 2001), Jannette Heimerls (PI ua 10. August 1997). 156 Ua Rezac, ua PI 26. Juni und 24. Juli 2001, erwähnte mehrmals die Gerichtssäulen und den engen Umkehrplatz davor. Ströbinger, PI 22. Jänner 1998; Burgstaller, PI 23. September 1998: Josef Weingärtner erläuterte ihm dereinst die Säulen und erklärte, das Archiv enthielte dazu etliche Belege. Das Schlossarchiv existiert nicht mehr, wurde ["Abriss-Zeit-gerechte" Aufhebung des Denkmalschutzes!] mit dem Schloss zerstört. Hirschfeld, Juli 1999: Erklärung durch Pruscha; Kletzmayr, März 1997. Litzlbauer, PI Anfang Dezember 2001: Reder hatte bei der Kollationierung einige Stellen über die Gerichtssäulen durchgesehen. Mitter, PI 7. März 2007: Hatte in der Schule von den Säulen gelernt, vom "in die Eisen schlagen" dort. 157 Schäffer, F. Tscherne, 7, 54. Hüttner, PI März 1998; Kletzmayr, PI März 1997; Reder, PI 28. März 1997; Scherer, PI August 1998; Rezac, PI 26. Juni 2001: Bereits sein Großvater hatte um die/ ab der Jahrhundertwende fallweise bei der Herrschaft als Aushilfsarbeiter geholfen, hatte auch mit dem Meierhof- Wagen ua Sand und Holz zur Tscherne-Villa geführt, erinnerte sich, dass das Umdrehen bei den Säulen schwierig gewesen sei.
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Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
Titel
Gerichtsbarkeit und Gerichtssäulen der ehemaligen Herrschaft Hagen bei Linz
Autoren
Hanna Schäffer
Herbert Schäffer
Verlag
Eigenverlag Schäffer
Ort
Linz
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
21.0 x 29.7 cm
Seiten
64
Kategorien
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