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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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wie auch als Mitträger des in den 1910er und 1920er Jahren vielfach konstatiertenZerfalls desMethoden-undWertekanonsdesFachsgesehen werden können, vielfältig bis zurGegnerschaft.37 InderZeit zwischen1900und1933 lassensichdreiHauptrichtungen der germanistischen Romantikforschung unterscheiden:38 Am wirk- mächtigsten erwiesen sich die Programme der sogenannten Geistesge- schichte,die„inAufnahmevonlebensphilosophischenIdeenundDiltheys Konzepteiner,verstehendenGeisteswissenschaft‘dieRückführungaufund Deutung literarischer Werke aus Konditionen eines allgemeinen, epo- chen-, national- oder generationsspezifisch gedachten ,Geistes‘ prakti- zierten“39unddie sich inOpposition zur relativ nüchternenund exakten Schreibweise der Philologie des 19. Jahrhunderts durch einen stark bild- haftenundüberhöhtenStilauszeichnetenundQuellenangabenoftmalsals nutzloses Beiwerk betrachteten.40 Zu ihren wichtigsten germanistischen Vertretern zählten Rudolf Unger, Hermann August Korff, Friedrich Gundolf undPaulKluckhohn,die sichmitKonzeptenderProblem-und Ideengeschichte auseinandersetzten, sowieOskarWalzel undFritz Strich, die formalanalytische und stiltypologische Forschungsprogramme entwi- ckelten. In derGeistesgeschichte gingman – in Anlehnung anWilhelm DiltheysBaselerAntrittsvorlesungvon186741–fürdieZeitzwischen1770 und 1800 von einer kontinuierlichen literatur- und kulturhistorischen Entwicklungaus;dabeihandelteessichumeineAuffassung,dieunterdem Schlagwort ,Deutsche Bewegung‘ vor allem eine „kontinuierliche und in Opposition zur westeuropäischen Aufklärung verlaufende Entwicklung des deutschenGeistes“42behauptete. 37 Bezeichnenderweise nahm Julius Petersen in seinemBuchWesensbestimmung der deutschen Romantik von 1926 am Beispiel der zeitgenössischen Romantikfor- schung auch „zu den methodologischen Auseinandersetzungen der geisteswis- senschaftlichenKrisis, durch die dasGebiet der Literaturgeschichte besonders in Mitleidenschaft gezogen wird, Stellung“. Petersen: Wesensbestimmung der deutschenRomantik (1926), S.VII. 38 ZumFolgenden vgl. v.a. Klausnitzer: BlaueBlumeuntermHakenkreuz (1999), S. 31–79. 39 Klausnitzer: BlaueBlumeuntermHakenkreuz (1999), S. 37. 40 Amkonsequentesten zeigen diese Ablehnung der Philologie die Texte Friedrich Gundolfs, der programmatisch auf Fußnoten insgesamt verzichtete. 41 Dilthey:Die dichterische und philosophische Bewegung inDeutschland 1770– 1800 [1867] (1961); vgl. auchDilthey:Das Erlebnis und dieDichtung [1906] (2005). 42 Klausnitzer: BlaueBlumeuntermHakenkreuz (1999), S. 37. III.Marianne Thalmann (1888–1975)154
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
Lehrbücher
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