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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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Reaktionär“67Naphta seinem–nicht zu vollkommenemVerständnis ge- langendem–ZuhörerHansCastorp gibt. BereitsNaphtas Erklärung des Aufnahmezeremoniells ineineLogelässtdeutlichdieVorlageerkennen:Es istdieRedevon„allerleiGängen“und„finsterenGewölben“,durchdieder Neuling „mit verbundenen Augen“ geführt wird, und von einem mit „gespiegeltemLicht erfüllte[n]Bundessaal“, indem„die entblößteBrust“ des Novizen „angesichts eines Totenkopfes und dreier Lichter“ „mit Schwertern“ bedroht wird.68 Bei Thalmann finden sich dieselben Be- standteiledesAufnahmerituals:„dunkleGänge“,„dunkle[]Gewölbe“und der„hell erleuchtete[ ]Bundessaal“ (Thalmann1923,79),das „Anzünden der drei Lichter“ und der „Totenkopf“ (Thalmann 1923, 77) und schließlich auch die vonDegen bedrohte „entblößte Brust“ (Thalmann 1923, 80).Die vonThalmannbetonten „Pflichten derVerschwiegenheit unddesGehorsams“ (Thalmann1923, 76) kehren inMannsRoman als „Verschwiegenheit und Gehorsam“69 ebenso wörtlich wieder wie ihre Aussage„DerBundistnieetwasBeschauliches, sondernimmeretwasstark Organisatorisches“ (Thalmann1923, 78), die beiMann folgendermaßen klingt: „Ein Bund ist niemals etwas Beschauliches, sondern immer und seinemWesen nach etwas in absolutemGeist Organisatorisches.“70Von denvielenweiterenZitaten71seienzunächstnochzweihervorgehoben:Die Hierarchie einer Loge beschreibt Thalmann als Abfolge von „Lehrling, Geselle, Meister“ (Thalmann 1923, 121); beiMann heißt es, dass eine Loge der „Rangstufenordnung von Lehrling, Geselle undMeister“72 ge- horcht; schließlich ist die letzte Übernahme, die sich imRoman finden lässt, als einzige nicht inNaphtas Rede enthalten, sondern findet sich in SettembrinisAussage, „daßdieKunstdes freienMaurersRegierungskunst ist“73,dieexaktThalmannsFeststellung„DieKunstdesfreienMaurerswar Regierungskunst“ (Thalmann1923, 77) entspricht. 67 Wysling (Hg.): ThomasMann1889–1917 (1975), S. 457 (Brief vonMann an PaulAmann vom25.März 1917). 68 Mann:DerZauberberg [1924] (2002), S. 766. 69 Mann:DerZauberberg [1924] (2002), S. 766. 70 Mann:DerZauberberg [1924] (2002), S. 767. 71 NachHinweisenbeiAbbott: „DerZauberberg“andtheGermanRomanticNovel (1980);Benzenhöfer:FreimaurereiundAlchemieinThomasManns,Zauberberg‘ (1985);Scheer/Seppi:Etikettenschwindel?(1991)findetsicheinefastvollständige Auflistung der Übernahmen aus Thalmanns Habilitationsschrift im Stellen- kommentarderFrankfurterAusgabevonMannsWerken.Mann:DerZauberberg. Kommentar vonMichael Neumann (2002), S. 235, S. 324–333 und S. 335. 72 Mann:DerZauberberg [1924] (2002), S. 768. 73 Mann:DerZauberberg [1924] (2002), S. 777. III.Marianne Thalmann (1888–1975)160
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
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