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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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torischen Gesellschaft. Außerdem erhielt er 1934 das Komturkreuz des österreichischenVerdienstordens und 1952 als einzigerGermanist neben RichardHeinzel eineBüste imArkadenhof derUniversitätWien. Ideologisch und realpolitisch warMuch in nahezu alle rechten und antisemitischenUnternehmungenverstrickt, diedie späteMonarchie, die ErsteRepublik undder österreichische Ständestaat zu bieten hatten.Der „erste tatsächliche Antisemit unter denWiener Germanisten“63war seit seiner Jugend Anhänger Georg Schönerers, des radikal antisemitischen Vorsitzendenderösterreichischen ,DeutschnationalenBewegung‘undder ,Alldeutschen‘,64bildete „mit seiner Familie eine früheZelle der österrei- chischenNS-Bewegung“undförderteanderUniversität„dieAusschaltung derhitlerfeindlichenFraktion“.65WährendseinerStudienzeitwurdeMuch Mitglied derWiener Burschenschaft Thuringia,66 und als es nach dem Ende derMonarchie darum ging, einen strategischen undmachtpoliti- schenAusgleich zwischenVertretern des katholischen undVertretern des großdeutschenLagerszuerzielen,tratMuchder1919offiziellgegründeten DeutschenGemeinschaftbei,diesichaneinemgemeinsamenFeindbild,das aus Sozialdemokratie und Judentumbestand, orientierte.67Bei derDeut- schenGemeinschafthandelte es sichumeine schwarz-braune, „nachRitual undGeheimhaltungstrenghierarchische[]Organisation,diezunächstden schlichten Zweck verfolgt[e], staatliche Posten zwischen nationalen und katholischen Bewerbern aufzuteilen“68. Zu ihren Mitgliedern gehörten nebenRudolfMuchu.a.derWienerKardinalFriedrichGustavPichl,die Politiker Engelbert Dollfuß und Arthur Seyß-Inquart sowie die Univer- sitätsprofessorenOthmar Spann, OswaldMenghin, AlfonsDopsch und WilhelmCzermak.69Fachintern zählteMuch ab 1926 zu den Förderern desAkademischenVereinsderGermanisteninWien,einemStudentenverein, der 1895 gegründet worden war und 1899 seine Satzung dahingehend geändert hatte, dass „nur Deutsche“ aufgenommen werden konnten.70 63 Michler: Lessings „EvangeliumderToleranz“ (2003), S. 156 (Anm. 20). 64 Vgl.Höfler:RudolfMuch[Nekrolog](1937),S.XIV.ZuSchönerervgl.Wladika: HitlersVätergeneration (2005), S. 95–298. 65 Meissl:Germanistik inÖsterreich (1981), S. 485. 66 Grimm/Besser-Walzel:DieCorporationen (1986), S. 335. 67 Vgl.Rosar:DeutscheGemeinschaft (1971). 68 Meissl:Germanistik inÖsterreich (1981), S. 485. 69 Meissl:Germanistik inÖsterreich (1981), S. 494 (Anm. 71). 70 SatzungendesAkademischenVereinsderGermanisteninWienvom7.November 1899; UAW, Phil. Fak., Zl. 2894 u. Zl. 3103 ex 1899/1900, Senat, S. 164.72 (AkademischerVerein derGermanisten inWien). IV. LilyWeiser (1898–1987)196
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
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