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Germanistik in Wien - Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
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gierten,160 und zum Probevortrag mit dem Titel „Zur Psychologie der mündlichenTradition“zugelassen.161Undnachdemalles„dengesetzlichen Bestimmungen entsprechend“ befunden worden war, bestätigte dasMi- nisterium am 4. August 1927 die Verleihung der Lehrbefugnis an Lily Weiser.162 Rudolf Much konnte trotz des so reibungslos verlaufenden Verfahrens in seinemoffiziellenKommissionsberichtnichtumhin,darauf hinzuweisen, dassmit derHabilitation LilyWeisers bezüglich derVolks- kunde „dieGefahrdesDilettantismus“nungebannt sei,weilWeiser „ihre strengwissenschaftliche Schulung auf demBoden einer älteren, gut aus- gebauten wissenschaftlichenDisziplin gewonnen hat“.163Diesen Seiten- hieb auf Michael und Arthur Haberlandt wiederholte Much in einer Rezension, die erWeisers Altgermanischen Jünglingsweihen undMänner- bünden am15.April 1928 inderOberdeutschenZeitschrift fürVolkskunde widmete, indemer dort die Ethnographie zurHilfswissenschaft derGer- manistik degradierte.164 Diese akademischen Spitzenwaren kurz darauf aber nichtmehr not- wendig. Vielmehr stellte Rudolf Much in den folgenden Jahren den an- derenVolkskundeanwärtern„dieGardeder[vonihm,E.G.]germanistisch ausgebildeten Volkskundler gegenüber[ ]“165, die sich allesamt mit dem Thema ,Männerbund‘ beschäftigten: Otto Höflers Habilitationsschrift von1931 erschienunterdemTitelKultischeGeheimbünde derGermanen, Robert Stumpflwidmete sich 1934denKultspielen derGermanen166und 160 DasHabilitationskolloquiumfandam24. Juni1927statt.Sitzungsprotokoll vom 24. Juni 1927,UAW,Phil. Fak., Zl. 267 ex 1926/27, PA3686LilyWeiser. 161 DerProbevortrag fandam5. Juli 1927 statt. Sitzungsprotokoll vom5. Juli 1927, UAW,Phil. Fak.,Zl. 267 ex 1926/27, PA3686LilyWeiser. 162 Brief desMinisteriums für Kultus undUnterricht an das Dekanat der philoso- phischenFakultätvom4.August1927;UAW,Phil.Fak.,Zl.267ex1926/27,PA 3686LilyWeiser. 163 Kommissionsbericht vom26.Mai 1927 (Berichterstatter:RudolfMuch);UAW, Phil. Fak., Zl. 267 ex 1926/27, PA3686LilyWeiser. 164 Much: LilyWeiser, Altgermanische Jünglingsweihen undMännerbünde [Rez.] (1928). 165 Bockhorn:VonRitualen,MythenundLebenskreisen (1994), S. 514. 166 Robert Stumpfl wechselte nach seinemWiener Studium nach Berlin, blieb der Much’schen ,Männerbundschule‘ aber treu: Er habilitierte sich 1934 bei Julius Petersenmit derArbeitKultspiele derGermanen alsUrsprung desmittelalterlichen Dramas (Druck:Berlin1936)undmachte inderFolge inderTheaterwissenschaft Karriere.–ZumEinflussdesgermanischenForschungskonzeptsderMuch-Schüler auf dieTheaterwissenschaft vgl.Kröll: Theater- undKulturgeschichtsschreibung für eine ,germanischeZukunft Europas‘ (2009). IV.4. Konkurrenzen undNetzwerke 229
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Germanistik in Wien Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Titel
Germanistik in Wien
Untertitel
Das Seminar für Deutsche Philologie und seine Privatdozentinnen (1897–1933)
Autor
Elisabeth Grabenweger
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2016
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-045927-2
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
290
Schlagwörter
German literary studies, literary text, history, first female scholars, Wiener Germanistik, Wissenschaftsgeschichte
Kategorie
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