Seite - 120 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Gouverneure, Grafen von Hartig und von Wickenburg, wel-
che diesem Gegenstände eine besondere Allsmerksamteit zuwen-
deten, die erste Anregung gegeben, und hierauf von dem ge-
genwärtigen Bürgermeister, Dr. V. Maurer, im Vause seiner
kurzen Amtsführung fchon Tankenc>N'ertl'es geleistet. Nicht als
cb in früheren Zeiten diesem Gegenstände gar keine Aufmerk-
samkeit geschenkt worden wäre, denn die innere Stadt war
wol schon in den frübesten Zeiten gepflastert, da man schon
bei Gelegenheit der (^rbhuldigung Karls VI, < l ? ^ ) die Ver-
besserung lcö Straßenpflasters anordnete; auch übernahm bei
Anlegung der Iakominivcrstadt im I. 17U6 Caspar Andreas
von Iakcmini auf seine Kosten die Pflasterung der von itnn
neu angelegten Gassen und des großen Platzes; allein früher
und seitdem geschah wenig durchgreifend Zweckmäßiges. Dage-
gen sind in den letzten Jahren vielleicht in wenig anderen
Städten gleichen Ranges mit dem Siraßcnpstaster so viele
Versuche gemacht worden als hier. Der Verbesserung dessel-
ben wurde schon seit dem I. 1823 ununterbrochen die größte
Aufmerksamkeit Zugewendet und insbesondere sind seit fünfzehn
Iadren mannigfaltige Versuche mit dem Straßenpflastcr ge-
macht und nicht unbedeutende Summen darauf verwendet wor-
den, ohne daß man bis jetzt noch zu einem befriedigenden Re-
sultate gekommen wäre ' ) .
Am schlechtesten hat sich noch die Pflasterung mit in Fir-
niß ausgesottcncn Holzklötzen bewälnt, womit in der Stadt
und in den Vorstädten vom I. 1U34 an bis 1^43 bereits ein
Raum von 293 H! Klaftern belegt worden ist. Da alle bisher
versuchten Steinalten sich m weich und leichtbrüchig zeigten,
bediente man sich dieser Pflaster-Art vorzugsweise bei vielen
Ncbergängcn über die Straßen. Zwar hat man in Gratz noch
keine Holzpstaster - Emeute-) wie in Paris erlebt, auch ist
») Vis in Lie neueste Zelt würben zur Ttrasjenpflasterung üieils Kalkdruch-
steme unl> i!,e,ls zrosje jf>>'se>stc,„e »cr,v>,,dc!, un» ü,e k!e,neren ad,
swüttch d>'se,t>qel. Im I >Ui? ivordc »in e>»e Wi'isuna »er yolü'N
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selben auf 6 Vchud fest^cscyt wur»e, unl> »er Gebrauch von ^?!>m-
wurfe!» anem^!oli!en. Auf o,e lluif>n»u»q von ^ee>gnclen Kieniarlen
wurde in,» 0,e Hai!pta»i»,crts>>mfc,t aer>chtet und «war ,uc,'N »>>t
Gte,ncn aui »cm Gostmaer Vruche ein Versuch gemacht, lpaier ,u»>
Holzpflaster aesckr,tle», u»l> ,n d.r lehlen Ze,t «m ß,nqa,>g< >>er Mur-
gaffe em Versuch not grosien San»stc>nplatten gemacht,
vom L. V«v. >8,l, S- «l«2.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918