Seite - 132 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Cascmatte bis in unsere Tage den Name» der Löwengrubc
führte. Neue festere Mauern und Schaingraben gab K. Fried-
lich IV. der Stadt Grätz im I. 145,j und in der nmäckst
darauf folgenden Zeit. Der größere Thcil der Vefestigungen,
wie man sie noch jetzt sieht, rührt aber >.'on Hcnog Äarl II-,
dem Vater K. Ferdinands II,, her ^S. ?).
Von allen diesen Hülfsmitteln der Kriegs- und Vefesti-
gungskunst sind heut ',u Tage nur wenige Ueberbleibsel mehr
vorhanden. Ein Theil der Festungswerke verfiel schon vor
Iahr,ehenden; denn seitdem Grätz aufgehört hatte, n> den be-
festigten Plätzen zu gekoren, insbesondere aber seit der Spren-
gung der Wälle des Schloßbcrges im I. 1899 durch die Fran-
zosen, wurde auf die Erkaltung derselben keine sonderliche Sorg»
fall mehr verwendet. Schon im I. 1!>2^ wurde die im k. k.
Vurggarten vorhandene Vrustwel're abgetragen'), und die
hierdurch gewonnene Erde ;ur Ausfüllung des Stadtgrabens
unterhalb der Thorbrücke verwendet. Im I. IU29 wurde der
Navelin, welcher sich da erhob, wo jetzt der ssircus des Armen-
Vereins steht, ebenfalls abgebrochen, und der Wallgraben längs
der Alleegasfe am großen Glacis und hinter der nördlichen
Häuserreihe des Iakomini-Platzes in den Jahren 1^39 — 18Z2
damit ausgefüllt. Die Abtragung des Cavaliers des Ioanneums,
einer unter dem Namen der Garten-Terrasse bekannten sehr
hohen Bastei, geschah in den Iabrcn l839 und l>>4U und lie-
ferte das Material nir schlicßlichen Ncgulirung der großen
Garten-Ebene jcner Anstalt.
So erhebt sich denn gegenwärtig von allen jenen Festungs-
werken nur noch ein gewaltiger Cavalicr am eisernen Tliore,
der auf seiner weiten Hochfläche einen sehr hübschen Garten mit
den stattlichsten hochstämmigen Alleen und reifenden Anlagen
trägt, die au die schwebenden Gärten der Semiramis erinnern.
Ostwärts vcm Franzcnsthcre steht ein Zweites, diesem ähnliches
aber noch viel höheres Vollwerk, dessen i?berflache ebenfalls
von hübschen Gartenanlagen besetzt ist, die dem jeweiligen
commandirendcn General ;ur Nutznießung angewiesen sind.
Auch dem Vurgthcre Zunächst ist die Vastion von einem aus-
gebreiteten Part eingenommen, der znr kaiserlichen Hofburg
gehört und sehr renende Parthien enthält. Von der Höhe aller
dieser gewaltigen Festungswerke, die einst Tod und Verderben
,U l) In Folg« h,her Gubcrmal - Verorznung vom ,z, Nov. lNl», Z- >°,'N7
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918