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bringendes Geschütz besetzt hielt, winken nun freundliche Lust-
häuser und stattliche Orangerien dem am Glacis Lustwandeln-
den zu, oder es lassen der Wissenschaft gewidmete Anlagen
sich sehen: wie dieses auf der V.istei nächst dem Paulusthore
der Fall ist, allwo sich der botanische Garten des mcdicinisch-
chirurgischen Studiums befindet.
Gleichen Schritt mit jenen Abtragungen hielt auch die
Ausfüllung des Stadtgrabens, die außerdem noch bei Gelegen-
heit der Anlegung der Dämme vor den Stadtthcrcn geschah,
und nächst dem Framensthcre noch immer fortgesetzt wird,
indem der Schutt abgebrochener Häuser hier ausgestürzt und
so mit der Zeit der Graben Zwischen dein Franzens- und
Vurgthcrc auf gleiche Weise ausgefüllt wird, wie er zwischen
dem crstercn und dem Eiscnthore es denn bereits seit meinen.
Jahren wirklich ist. Da wo an seine Ausfüllung noch nicht
Hand angelegt werden konnte, wird der Boden entweder zu
Baumschulen benützt, oder er wird ;um Anbaue verwendet,
bis auch ihn die Reihe treffen wird, dein mit einer Gebüsch-
reihe eingefaßten bedeckten Wege gleich gemacht zu werden.
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S t a d t t h o r e.
Da die Stadt ringsum mit Wällen oder mit Häusern,
die an ihre Stelle getreten sind, und deren Eingänge innerhalb
der Stadt liegen, oder endlich durch eine Gitterwand, die den
Garten des Ioanneums gegen das kleine Glacis vom Neu-
bis zum Eisentliorc umfangt und meist sorgfältig geschlossen
gehalten wird, umgeben ist, so kann man die Stadt nur durch
eines der »och übrigen 6 Thore betreten; davon machen nur
der Schlcßberg und die Flußseite eiue Ausnahme, von wo
man auch schon vor Abtragung des Nurthors thcils durch
das Hafnergäßchen, und thcils durch das kälbcrne Viertel und
über den Franciscanerplatz in das Innere der Stadt gelan-
gen konnte, ohne die Wölbung irgend eines der Stadtthorc
durchschritten zu haben.
Das Murthcr, dem Kenner der vaterländischen Ge-
schichte jederzeit als ein Denkmal der Erinnerung an den hcl-
dcnmüthigen Verthcidiger der Wiener-Neustadt (8. August
145I), den tapferen Ritter Andreas Vaumkircher, mcrtwü»
dig, der sammt seinem Freunde Andreas Greisenegger, in der
Abendstunde des 23. Aprils 1471 zwischen seinen beiden Tho-
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918