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Ocffcntliche Plätze.
Die innere Stadt ;ählt der öffentlickcn Plätze eilf, wor-
unter der Hauptwachplatz der grcsttc, und der Frainenoplay
der regclmäsngstc und hübscheste ist. Mehre aus ihnen tonnen
hier mit Stillschweigen übergangen weiten, weil sie, wie z. V.
der Post- und Bischofplatz, früher Schlosserplatzl genannt, des
Ncnnenswerthen nichts enthalten, während andere, »renn auch
nicht cd ihrer Gebäude, so dock wenigstens wegen ihrer Siaffa-
ge einer besonderen Schilderung werib sind.
Tcr Hauptwachplatz, der bemerkenowertheste unter den
Plätzen von Grätz, ist urar unregelmäs-ig, aber gros! nnd durch-
aus von drei und vier Stockwerte hohen Hausern umgeben,
unter denen sich das Nathhaus, als das schönste Gebäude der
Stadt, auszeichnet, aber auch die übrigen Häuser ihm eben
nicht U>r Nnehre gereichen. Von der Höbe des benachbarten
Schlcßbcrges schaut ein Tdeil seiner Gebäude und Anlagen in
diesen Platz hinein und gcwälnt ilnn dadurch einen noch ma-
lerischeren Charakter. Aus ilnn^) befinden sich im Erdgeschosse
des Natl'liauses die Hauptwackc des kais. Militärs, eine der
heil. Treifaliigkeit geweihte eherne Tentsäule und viele der
schönsten Kaufläden.
Zur gewöhnlichen Staffage dienen diesem, auch sonst viel-
fach belebten Naumc die Wägen der Fiatcr, davon einige fast
immer hier angetroffen werden, und die Auslagen der i?bst-
vertäuserinnen, deren große Linnenschirme, den Kindern Pcmo-
nas und ihren Dienerinnen Schutz gegen Sonnenbrand und
Negen gewahrend, dem weiten Räume schon einen lüdländi-
schcn Anstrich geben; bei ihnen findet man das gaiue Ial'r
hindurch Gelegenheit, den Obstreichthum der Steiermark und die
Schönbeic und Echmackl'aftigkeit ihres Obstes ui bewundern.
belebter ist der Play in den Morgenstunden, und ins-
besondere an Wochenmarkttagen, an denen die Feilschaften des
täglichen Bedarfs hier zum Verkaufe ausgelegt werden, und
achtbare Hausfrauen neben betriebsamen Köchinnen ;wi!chen
den Verkäufern in bunter Schar sich herum bewegen. Zuwei-
len ändert sich aber die Scene. Auf einige Augenblicke steigt an
manchen Vormittagsstunden vor dem Nathhause ein Vretter-
in cincm Stahlstiche beigcgcbcn.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918