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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Seite - 143 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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gcrüste empor, und während sich die schaulustige Menge um das- selbe neugierig herumgrnppirt und ein abgeunbcilter Delinquent zögernd die Vühne besteigt, erscheint ans dem Valkcnc des schö- nen Gebäudes eine schwarzgekleidete Magistratspcrscn und vcr- licsct dem Verbrecher sein Urlbeil. — Ein ander Mal belebt wie- der ein militärisches Schauspiel den Platz, cder es versammelt eine feierliche Proccssion der herrschenden Kirche eine Menge von Menschen auf ihm u. s. w. Gin Uebclstand, der dem Fremden noch immer wie vor Jahren unangenehm auffällt, sind die hölzernen Vudcn, wel- che in Gassen gereiht, zur Zeit der uvei Jahrmärkte auf diesem sonst so anziehenden Platze errichtet werden und den sie dann ganz verschränken; mit der Entfernung dieses Ucbelstandes be- schäftigen sich jedoch die Behörden schon seit längerer Zeit. Der Hauptwachplatz war in früheren Zeiten oft Zeuge bedeutender Ereignisse und insbesondere ,ur Zeit einer Erbhulli- gung jedesmal der Schauplatz der wichtigsten Auftügc und Er- götzlichteitcn. Hier war es aber auch, wo am 1. Deccmber des I. 1671 das Hanpt des Regiernngsraths der Steiermark, Ioh. Erasmus von Tattenbach, unier dein Scbwerte des Henkers fiel, dessen hcchverräiherischcö Einverständnis! mit den ungari- schen Rebellen Zrinyi und Frangipani noch frühzeitig genug entdeckt wurde. An der Einmündung des ersten Sackes in diesen Platz erhebt sich auf einem Marmcrpiedestale die früher erwähnte Denkfaule. Sie zeigt eine gewundene, vom Weinlaube umspcn- ncne korinthische Säule, welche die heil. Dreifaltigkeit trägt, und an deren Fuß die Statue der unbefleckten Empfängnis) Maria steht. Das Gaine ist von vergoldetem Vrome. Dieses Denkmal wurde nach beendeter Pest des I. 1680 von Kaiser Leopold I. errichtet. Den benachbarten und mit ibm durch das enge Fran- ci^ anergäßchen verbundenen Franciscancrplatz würde der Fremde kaum für einen Platz, höchstens für eine unregelmä- ßig gewundene und an einigen Stellen etwas erweiterte Straße halten. Die altcrthümlicke Kirche und das daranstcßcndc Klo- ster der Brüder des heil. Franciscus nehmen die westliche Seite desselben ein. Die Vulcn der Flcischsclcher uud Würstemacher uud das hölzerne Kücbengcräthe, das hier an Wochenmarkt- tagcn zum Verlause ausgeboten wird, bilden die Staffage die- ses Platzes, der in den ihn umstehenden Häusern nichts Vc- mcrkenöwerthcs darbietet.1 ,
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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