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dieser Kirche beigesetzt. In der ältesten Zeit wurden auf die-
sem Kirchhofe und auch in der Kirche selbst Gerichtsverhand-
lungen gehalten; wie sich denn auch wirtlich noch mehre Ur-
kunden erhalten haben, die von dort datirt sind; so z. V.
machte Herzog ^ttokar VI. im I. 117-1 in dieser Kirche eini-
ge Vergabungen an das Stift Seckan; und im I. 1254 lud
der Pfarrer Ulrich von Straßgang, welcher als Coadjutor im
Namen des Vischofs von Seckau auf jenen Zehent Anspruch
machte, den die Witwe Gertrud von Waldstcin in ihrer Herr-
schaft cinhob, diese ans den Kirchhof von St. Gilgen in Grätz
vor Gericht und erklarte sie, als Gertrud an dem bestimmten
Tage auf dem Friedhofe dieser Kirche sich nicht einfand, des
Zchentcs für verlustig ') .
Als Kaiser Rudolph I. im I. 1230 die feierliche Huldi-
gung der Stände des Herzogtums entgegennahm, endete diese
denkwürdige Feierlichkeit mit einem Hcchamte in den geheilig-
ten Räumen dieser Kirche. Am 12. Tccembcr 159») fand in
ihr die feierliche Huldigung, dargebracht dem Erzherzoge Fer-
dinand I I . , Statt. In der Tomkirche wurde ihm auch am
23. April 1609 die baierische Prinzessin« Maria Anna durch
den Kardinal Franz von Dictrichstcin öffentlich angetraut. In
ihr wurde im I. 1608 die Erzherzogin« Magdalena, Schwe-
ster des Erzherzogs Ferdinand II., durch den päpstlichen Nun-
tius, Paul Orsini, dem Grcßhcnoge von Florenz, Cosinus III.,
feierlich vermählt. Am 5. Juli des folgenden Jahres fand in
dieser Kircke die feierliche Huldigung Kaiser Leopolds I. Statt.
Am 15. October 1676 vollführte hier der päpstliche Nuntius
die Trauungsfeierlichkeit des Kaisers Leopold I. mit Claudia
Fclicitas, der Tochter des Erzherzogs Ferdinand Karl von
Tirol. In ihr fand am 6. Juli 1728 ein Theil der Feier-
lichkeiten der letzten Erbhuldigung K. Karls VI. Statt. Vis
zur Aufhebung der Jesuiten im I. 1773 verblieb die Kirche
in ihren Händen. Im Jahre 1786 wurde sie vom Kaiser
Joseph II. zur Kathedralkirchc für das neu crganisirte Vislhum
Seckau erhoben; worauf am 26. November 1788 der Fürstbi-
schof, Joseph II., Graf von Arko, von ihr feierlich Vesitz nahm.
Die Dcmkirche ist ein zwar schlichtes, aber dennoch in
architektonischer Hinsicht nicht ganz uninteressantes Gebäude
aus den letzten Jahren des Mittelalters. Das Aeußere dersel-
ben ist ohne allen Vauschmuck, der sonst Kirchen dieser Art
Lcarli a- a, O-
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918