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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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L 16t lich versinnlicht die Schrecknisse verheerender Seuchen, von de- nen die Stadt uud das umliegende Land im I. 1474 heim- gesucht worden sind; Schilderungen, die uns sämmtlich, wenn auch nicht in kunstreicher Form, so doch jedenfalls in höchst lehrreicher Weise einzelne Eigenheiten des Landes in Tracht und Gebäuden vor Augen führen. Der oberste durchaus gut erhaltene Theil des Vildes, ganz eigenthümlich in der Erfindung, ist zugleich auch nicht ohne hohen Kunstwerth. Er ,eigt uns den weisen Urheber der unten dargestellten Drangsale, von denen das menschliche Ge- schlecht zur Erwcckung uud Festigung seiner sittlichen Kraft von Zeit zu Zeit heimgesucht wird, die Gottheit; nach christ- licher Vorstellung in der Gestalt der Dreieinigkeit dargestellt und versinnlicht durch drei würlige Männcrgcstallen gleichen Alters, welche ein nnd derselbe Purpunnantcl umschlingt und untereinander verbindet, auf einem breiten Throne ohne Bal- dachin sitzend, umschlungen von breiten Bändern mit halb ver- blichenen Inschrist-Charakteren. Gott Vater nimmt die Mitte ein, Tcepter und Weltkugel in den Händen, ilnn bedeckt das strahlende Auge Gottes, als Zeichen der Allwissenheit, die Brust; Christus, die Wundmale Zeigend, ihm zur Rechten, und die dritte göttliche Person, eine ernst blickende Mannsgestalt, zur Linken. — Zu beiden Seiten des Throns knien links neben dem Heilande Maria uud rechts neben dein heil. Geiste Johann der Täufer, beide in flehender Stellung, das Ende eines Schleiers hallend, der von ihr zu ihm hinüber reicht. Hinter ihnen kniet beiderseits eine Schar von Heiligen, unter denen es auch viele Gestalten gibt, die auf Albrecht Türers berühmtem Bilde der christlichen Märturer in der kaiserlichen Gallerie zu Wien nicht schöner angetroffen werden. — Unterhalb dieser anziehenden Gruppe wölbt sich ein sauft geschwungener Bogen eines in die Irisfarbeu gekleideten Bandes, dessen Rand in lauter klei- ne Halbkreise ausgefranzt und unten zur Aufnahme einer In- schrift von Entfernung m Entfernung aufgeschlagen ist. Ucber jeder dieser 19 Inschriften ist im Bande selbst ein beflügeltes Brustbild einer christlichen Tugend, in der Gestalt eines gehar- nischten Ritters, eines Engels, einer frommen Frau oder eines lieblichen Jünglings angebracht, unter denen sich ebenfalls Köpfe finden, die so voll Innigkeit des Gefühls und voll unbe- schreiblicher Zartheit des Ausdrucks der verschiedenartigsten Scc- lenzustände sind, daß auä» sie für sich wieder eine Gallerie der interessantesten Köpfe liefern würden. Unter der Wölbung die-
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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