Seite - 166 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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An der Kirchcnwand der Gpisiclscitc hangt weiter Zurück
hoch über ton ßl'crstiMen ein geschichtlich interessantes Bild des
^ol>. ?cü»z >,!<.> I'o,»!^, der Hofmaler Herzogs 5l.nl, l l . war,
eines Künstlers, den man sonst nirgend erwcil'nt findet >). Tic-
scs große Voti'.'bild 'eigt Zuoberst in der Glorie der C'ngel den
göttlichen Vater und den beil. Geist schwebend über dem welt-
crlcsendcn Solme, der am Stamme des Kreuzes blutet, dessen
Fuß die l'eil. Magdalena umschlingt. Durch diese Abstufung
der drei göttlichen Personen wird das Bild in ;wei gain glei-
che und auch durchaus svmetrisch geordnete Hälften gelheilt.
Zur Rechten des Welthcilandes kniet im Vordergründe auf
einem mit Teppichen belegten Vctpulte Herzog Aarl II., hinter
dem der Apostel Petrus stebt, der schützend seine gewaltigen
Schlüssel über ilin ausstreckt, und neben ihm knien am Bo-
den, einer dicht neben und lunter dein andern, sechs Amiben
mit inbrünstig gefalteten Händen, worunter sich nvci verstor-
bene befinden, die durch ilne weisie Gestalt kenntlich sind. Hin-
ter jedem Kinde steht sein Namcnsliciliger und ein uud der
andere Schutzengel. Dem lienogliche» Vater uinächsr erblickt
man den erstgebornen Solm, Johann Xarl, der als angehen-
der Jüngling (1^>19) !,'0!N Tode hingerafft wurde; erst auf ilin
folgt der nachmalige Kaiser Ferdinand II. Alle Köpfe sind
Porträts; alle Gestalten, auch die der Verstorbenen, sind in
die spanische Tracht, die Dahingeschiedenen in weiße Gewan-
der gekleidet, 'lieber den knienden halt aus e^dcr Seite ein in
der Luft schwebender Engel eine Vcti'.'tafel, mit derselben In-
schrift, nämlich:
He«i>i<:e qu»e»um»« vum!ne 5»p>'ll !>nnc silm!!l«m <»«,», >,s»
nncentlui» «t, eruei« »»><!!'<: tnrmentun» - ) .
Auf der gegenüberstehenden Seite kniet in gleicher Weise
die Hcnoginn Maria vor der Himmelstöniginn, und an sie
angereiht neun Töchter, unter denen sich nur eine Verstorbene
findet; auch hinter jeder von ihnen erblickt man ihre Schutz-
heiligen. Beide Reihen bilden eine gegen den Hintergrund sich
zusammenneigende Linie. Es soll von 1'etruz cle I'omiz sein.
Aus der Inschristtafel, welche sich am Fuße des Kreuzes be-
>) Er lebte von <:?>' — >«??, starb m Wratz und wurüc zu Mar ia lMf de«
grabc», allwo ler Ka»zc> gcgcnudir leln Grlidstem noch ,<u s^>>l'n >st.
l) S>>hc q»a^i>>, so stehen wir, » Herr! auf d>ese ocme Fan>>!<e h>rab, für
0>e umVr^Hlrr Jesus lzhr,slub f^n Veücn!>n getragen Hai, 5>en Hau-
de,, der Schuld,gen !>ch ulicrOefern zu lassen uno 0e» 3ol> Des Kreuzes
zu sterben.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918