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T>cr Glocken bat die Kirche sechs, von denen sich fünf in
dem großen Thurme befinden. Die größte wiegt über 42 Zent-
ner und ist im I. 1826 von dem Gratzcr-Glockengießer Ic-
hann Feltl gegessen werden, wem man das Er^ der ältesten
nnter den früheren Glocken benutzte; die der Größe nach zweite
ist vom I. 1652, eine dritte stammt aus dem Jahre 165l,
und die vierte und fünfte goß Florentin Strcckenfuchs in den
Jahren 1706 und 1719. Diese fünf Glocken wurden im I.
1829 unter der Anleitung des Herrn Ansclm Hüttenbrcnncr
ganz kunstgerecht zu einem 7^ I)ur Trciklange in der zwei-
ten Versetzung gestimmt. — Die unter der Kirche befindlichen
Grüfte sind durchaus keines Besuches werth.
Einige Schritte von der Tomtirche entfernt und mit ihr
einen engen Durchgang bildend, der im I. 18^5 mit großen
Kalksteinplatten gepflastert worden ist, erhebt sich auf derselben
Terrasse, welche den Dom trägt und zu der sechs und 'wan-
zig in zwei Abheilungen übereinander geordnete breite Siein-
stufcn emporführcn,
I>!i) das Mausoleum Kaiser Ferdinands II.,
ein Prachtgebäude ") , an dem der Baumeister durch Anhäu-
fung der Massen am Giebel und durch Ucbcrladung in den
Ornamenten einen sprechenden Beweis geliefert hat von dem
Mangel an gutem Geschmack, den man der Architektur seiner
Zeit mit Recht nun Vorwurfe macht.
Da wo heut zu Tage dieses Prunkgebäudc seine Kuppeln
und Rcichskleinodien gen Himmel erhebt, stand schon in sehr
früher Zeit ein bescheidenes, der heil. Katharina geweihtes Kirch-
lcin, dessen Ursprung Einige"), nach den hier bei Erbauung
des Mausoleums im Grunde gefundenen Mümen, in die Zeit
des Herzogs Leopold des Heiligen versetzen, und das erst im I.
1614 abgebrochen wurde, als Erzherzog Ferdinand II- den
Entschluß faßte, an dieser Stelle sich und seiner Familie eine
irdische Ruhestätte zu erbauen. Dieses alte Kirchlein wurde
den in Gräh im I. 1571 neu eingeführten Jesuiten anfäng-
lich zur Verrichtung ihres Gottesdienstes angewiesen. Als im
Jahre 1577 Herzog Karl I I , , die benachbarte Aegydicnkirche
>) S>ehe hierül'.-r des Iq„ai,us L>>nqel!, eines Jesuiten: »l«»,Q>Su>n ßrae-
>>ch auch t,c H»up!!li>nlc ,U>gcb,I?l't fiülcl.
l) Der Grund o,es>r Vcrmuchung scheint um sc> l>e>»>ltloscr, als Münzen
m,t eem P,i0e oej >,e,,, leop'olüs noch ron K> Nlar I, geprägt worlcn
!>n0. w,e sich len» dergleichen auch >u der Älünzsommlung des Ioan
in»»,« vorfinlcn. !
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918