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nete, dem gesammten Publikum aber jährlich nur einmal,
nämlich in den letzten Tagen der Charwoche offen stand, an
welchen hier das heilige Grab errichtet wird, ließ die Regie-
rung im I. 1835 auf Anregung Sr. Excellenz des Herrn
Landes-Gouverneurs Grafen von Wickcnburg das ganze Ge-
bäude von Außen reparircn und auch im Innern durch den
Maler Netz die Fresken und die Sluccatur-Arbeit reinigen
und ausbessern.
Tie gegen Sonnenuntergang gekehrte Fronte enthalt die
um sieben Stufen erliödic Eingangstbürc, welche zwischen
ionischen Halbsäulcn, die ein schweres Architrav tragen, steht,
und gleich der gainen überreich verwerten Giebclseite durch das
stark ausgeladene Gcbälte, die doppelt übereinander gestellten
Giebel und Kreisabschnitte dem Ganzen das Ansehen von
Schwerfälligkeit und Neberladung gewähren. In den Säulen-
zwischenräumen (Intercclumnicn) sind unten Mauerblendcn,
welche auf .Tupfer gemalte Sccnen aus dem Leben der Hei-
ligen, der das Gebäude geweiht ist, enthalten, nämlich rechts
die Zertrümmerung des zum Rädern bestimmten Werkzeugs
durch den Blitz, und links die heldenmüthigc Weigerung der
Heiligen, den falschen Göttern zu opfern; und darüber Ni-
schen eingetieft, in denen die Standbilder Katliarinenö und
eines Kriegers angebracht sind. Blumen- und Früchtegewinde,
und beflügelte Engelskopfe bilden die Ornamente über den
Fenstern und Tlniren. Neber dem Gcbältc der Eingangsthüre
kündet die Aufschrift:
vivi ?er>Iii>»N!li II. Nun,. l>
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die Bestimmung des Gebäudes an, auf dessen kaiserlichen Tod-
tcn auch die stark vergoldeten colossalcn Reichsinsignicn hinweg
sen, welche dem Tlmrme und den beiden Kuppeln ;um Auf-
sätze dienen, von denen der Adler zugleich auck >ur Windfahne
bestimmt ist. Zuoberst am Giebel der Hauptfa^ade steht die
Statue der heil. Katharina und auf c^dcr Seite cin Engel,
einen Siegerkranz in der doch erhobenen Hand haltend.
Während die Giebelseitc an den früher erwähnten Feh-
lern leitet, zeichnet den übrigen Theil des Gebäudes mehr
Einfachheit und eine viel edlere Zeichnung aus, die das Auge
l) D>is f^,serlichc Grabmal
dcs sc<!s>>'N 3crd>n,>nls II, rcm, K»>>clb,
' hell, Jungfrau un!3 Nartyr,nn Katharma geweiht.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918