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Die Mitte der Gruft nimmt ein a» der Seite mit Tcd-
tenköpfen ausgeschmückter Sarcopbag aus rotbem spiegelblank
polirlen Marmor ein, der aus der Kirche der Clarissinnen ,u
Allcndeiligen im Paradcis nach Anfbcbung ihres Klosters l'icr«
her übertragen wurde. Auf seinem Teckel ruhen die kolossalen
ernsten Gestalien des Enheriogs Karl l l , und seiner Gatiinn
Maria von Vaiern; er in voller Rüstung olnie Helm und sie
in faltenreiche Nnter- und Obergewänder gebullt. Dieser Sarco-
phag scklcs! einst in kupfernem Sarge den Leichnam der letzteren
Er!her;oginn ein, von dem aber jeyt fast nichts mel'r übrig ist,
wie >nan unter dem etwas verschobenen Steindcckcl ersehen kann.
°o) Die Stadtpftrrkirche zum heil. Blut
liegt am Anfange der Hcrrengasse und geborte einst ni einem
Dominikanerkloster, das im I. 1-iüü Kaiser Friedrick IV. am
Iudenwege nächst der kur; vorher erbauten Kapelle <um heil.
Vlute gegründet battc. In diesem Jahre wurde auch der Bau
der Kirche unter dem Prior des neuen Klosters I'. Menüs Vu-
tzel begonnen, und bockst wabrsckeinlick an die ältere Kapelle so
angcscklossen, daß diese einen Tbeil, vielleickt das »och beste»
hende Ztebensckiff, desselben bildete. Im I. 15^5') wurde die-
ses Octtesbaus ;ur Stadtpfarrtirchc erhoben und vier Jahre dar-
nach das Kloster auf Befehl des Ercher;ogS Karl I I . von dem
Predigerorden geräumt, der beauftragt wurde, in die Murvor-
stadt !u übersiedeln und alldort sick an der dem beil. Andreas
geweibten Kircke ein neues Kloster ni erbauen. Der Nector des
Jesuiten - Collegiums bei St. Aegvden erhielt die Befugnis!
vom Herzoge, den jeweiligen Stadtpfarrer, der nigleich En-
priestev im Viertel Vorau war, ;u ernennen. — Bei dem gro-
sien Aufstände, welcher im I. 1590 wegen Einsetzung »weier
katholischen Ratbsberren in Abwesenheit des (5rU'er'ogs Karl l>.
ausbrach, wobei das protestantisch gesinnte Volt auck gegen
die tatboliscke Geistlichkeit wüthete, flüchtete sich der päpstliche
Nuntius Malaspina hierber, allwo er alles Suchend ungeach-
tet nicht aufgefunden werden konnte. — Im I. 1781 wurde
diese Kirche mit einer neuen Aa^ale und einem scbr schönen
Tl'urme verschen. Der jeweilige Tiadtpfarrer wurde im I.
1791 zum infulirten Propste erhoben, der jederzeit Prälat und
Landstand, zugleich aber auch im Genüsse des Einkommens
einer eigenen, Stadtpfarrhof genannten Herrschaft, die noch
Darnxch ,s> S- >:, ric zwcitc Zcilc ron »bcn zu ber,cht,qc». ,
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918