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überstehende Seite von weniger hohen Rundbogen durchbrochen
ist, die in das viel niedrigere Ncbcnschiff führen und dessen Licht
auch in die drei Kirchenschiffe einfallen lassen. Das Ncbenschiff
ist auch durchaus im Spitzbogen angelegt und hat in seiner Aus-
führung manches Eigcnthümliche. Die dem besonderen Eingän-
ge, der in diese Abseite fübrt, zunächst gelegenen zwei Wölbun-
gen haben einfache Kreuzgewölbe mit sehr stark vortretenden
breiten Ribben; dann folgt ein vielfach eingeschmiegtcr bis an
die Wölbung reichender thorartiger Bogen, jcnseit dessen die Ab-
seite ein viel künstlicheres Gewölbe zeigt, das bis an die neue
kreisrunde, dem heil. Johann von Nepomuk geweihte Kapelle
reicht, von der sie eine um eine Stufe erhöhte Marmor-Ba-
lustrade scheidet. Dem eben erwähnten Eingänge zunächst be-
findet sich noch eine Seitenkapellc mit einer von frommen
Gläubigen sehr verehrten Marienstatue.
Der Ehor ist durch ein niedriges Steingeländer in zwei
Theile geschieden, davon der eine die Chorstühle, eine nicht
zu übersehende mit Holzschnitzwcrk gezierte Arbeit, und der
andere den Hochaltar enthält, und wird durch fünf Fenster er-
leuchtet, die «Heils diesen umstehen und thcils auf der Epistel-
scite über dem Oratorium angebracht sind.
Von den acht Altären haben nur zweie Bilder von eigent-
lichem Kunstwcrthe, nämlich der Hochaltar und die mit ko-
rinthischen Wandpfeilern gezierte Iobannes-Kapelle. Das er-
stere enthält die Himmelfahrt und Krönung Maria, von
(^il>o. I^o!,u5ti '), genannt il 'I'iinoi-etto, einem der genial-
sten Maler der venezianischen Schule, der aber schon den Nei-
gen der Manicristcn eröffnet. Das Gemälde zerfällt in zwei
Gruppen; im unteren Theile umstehen die Apostel, unter de-
nen es mehre mit höchst ausdrucksvollen Köpfen gibt, das
leere Grab der Mutter Jesu in einer sehr belebten und höchst
geistreich geordneten Gruppe, über die hinweg der Blick in
eine weite Landschaft hinausgleitet, an der man den tüchtigen
Schüler Tizians erkennt. Die obere Hälfte des Bildes zeigt
die auf Wolken kniende Madonna, von einer Glorie von En-
geln thcils umgeben und tlieils gestützt, Zwischen dem göttlichen
Vater und Tohne kniend, welche ihr eben die himmlische Krone
aufzusetzen im Begriffe sind. Das Bild, das aber durch Rei-
nigen und Ncstauriren schon stark gelitten, hat große Vorzüge,
Er wurde ll i« in Venedig qel'orcn, und wci! er der Sohn eines Färbers
war, scherzweise der tleme Färber (Ii"i°rel!o> genannl; er starb >5?5 l
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leider e,e Naturr,chtun>> feines ersten Meisters.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918