Seite - 194 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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seines Altarblattes, das tie Himmelfalm Maria darstellt, und
von dem steiermärkischen Völler Iobann Peil Hauck ^) ist, bc-
merkenswert!', Ein peinlich gutes Bild, den die Wnndeinnalc
empfangenden heil. Franz Serapi', enthält auch der reckte
Seitcnaltar des Sckisses. An zwei Pfeilern hängen ;wci (Ge-
mälde von Ignaz Kollmann^) und an der linken Scitcnwand
des Sä'iffes in der Nähe des Seitenaliars ein heil. Fram
de Paula von unbekannter Hand, ein VermääUnisi des Tirec-
tors I. Stark. Tie Seitenkapellen besitzen nichts Merkwür-
diges. Für viele 5lalholiken dürfte es jedoch von Interesse
sein zu erfahren, das! die erste Kapelle zur Rechten des Tlnum-
cingangs diejenige Statue enthaltet, welche die Henoginn Ma-
ria Anna, die Mutter K. Ferdinands I I . , aus Baiern nach
Grätz überbrachte.
An die Epistclseitc der Kirche schließt sich der alte Kreuz«
gang des Klosters an, der auch im Spitzbogen angelegt und
gegen den kleinen Warten bin, den sein Viereck einschließt, mit
kurzen aber massiven Strebepfeilern '.'erseheil ist. Er enthält
unter Anderem den Eingang in die dem heil. Jakob geweintc
Kapelle, welche nach einer Sage lange vor dem Kloster bestan-
den haben soll, was auch die Bauart deutlich beurkundet, die
roh und doch nicht ohne einige beachtungswertl'e Eigenbeiten
ist. Es findet sich in ibr ;war keine Spur vom 3,'undbogen
mehr f sie hat einfache Kreuzgewölbe, schmucklose Spitzbegen-
fenstcr, die aber schon hoch e,npcrge;ogen sind, und kunstlose
Steinmetzarbeit an den Schlußsteinen der Gewölbe, die vor-
springende Gurten baben. Zuerst betritt man einen viereckigen
Raum, der eine 'Art Sckiff bildet, nie Fenster gehabt ,u haben
scheint, und durck eine weite Spitzbogenöffnung den Eingang
in die chorartige Kapelle gestattet, welche, auf das Achteck hin-
deutend , dreiseitig geschloffen ist und in diesem Scklussc die
zwei eimigen ursprünglichen Fenster enthält. Tie Gurten des
Gewölbes sind etwas unterhalb der Gegend, in der sie sich be-
gegnen, mit Laubwerk nach Art eines Knaufes geschmückt, dar-
unter wieder fortgesetzt bis zu einem stark ausgeladenen Simse,
der das Kapital einer dünnen Nundsäule bildet, welche bis an
den Fußboden reicht. So beurkundet denn dieser Bau, daß er
nicht viel über das Ende des '.'ier;eln>ten Ialnlmnderts hinaus-
leicht. — Nücksicht verdient hier nur noch der alte Lcichcnstcin
«> Geboren z» Gr>>tz! lcbtc im Anfanqe ecs achlzehnl.n Iakrhundcrts
«) Gcborcn dcn <6, INarz ,7,2 >,»>> gestorben den l«, März ,21? zu
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918