Seite - 200 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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ressanter Kopf mit dem Ausdrucke religiöser Schwärmerei, wel-
cher die fürstliche Stifterinn der Madonna «erstell!, daneben
sind die heiligen Barbara, Kaibarina in einer liochst gedrun-
genen Stellung, und Margarctha, im Mittelgründe die heili-
gen Cäcilia, Lucia, Agatha :c. Auch in diesem Vilde verfiel
der Künstler in dieselben Fehler, welche an dem anderen be-
reits gerügt worden sind. — Das VUd der vierichn NotMicl-
fcr, von denen die Heiligen: Veit und Georg, Acg'.'dius, T)io-
nvsius, Eracmus sich unter den Vordersten befinden, welches
diesem gegenüber hangt und manchen Vorzug hat, ist von
Wcißtirchcr'), und ein viertes mit dem heil. Tominicus auch
nicht ohne alles Verdienst-).
53) Die Kirche der Ursulincnnnen
liegt am Ende des ersten Sackes. Sie hat eine durch korin-
thische Halbsäulen, aus denen ein im neu italischen Kirchen-
style gezeichneter, cbcn nickt geschmackvoller Giebel und neben
ihm ein blechernes Tlmrmchen ruht, geschmückte Fronte. Zwi-
schen den ein stark ausgeladenes Gebalkc tragenden Säulen
sind die Nischen mit Etatuen, darüber und über der einzigen
Eingangsthüre die einfach verzierten Fenster angebracht.
Im Innern, das reinlich, licht und heiter ist, 'eigt sich
ein einziges von einfachen Kreuzgewölben überdecktes Schiff mit
sechs nischcnartigcn Teitcnkapellcn, in denen eben so viele Al-
tare stehen, und rechts ein um fünf Stufen tiefer liegendes
Seitenschiff, in das man nächst den Seitenaltären der Epistcl-
seite aus dem Hauptschiffe binabschauen tan», und auf dessen
einzigem Altare sich ein nicht ganz verdienstloses Vild befindet,
die armen Seelen im Fegefeuer darstellend, leren einige von
Engeln aus den Flammen heraufgezogen werden ni Christus
dem Gekreuugten, neben dem fürbittend die gebenedeite Mut-
ter, die heilige Katharina und einige andere Heilige sich be-
finden. Einige allerliebste Engelsköpfchen fesseln auf ihm den
Beschauer. Schade, daß auch der Meister dieses Vildes nicht
ermittelt werden kann.
>) Geboren in »er oberen T<i>ermark; lebte zu Anfxnz »es achtzehnten
Jahrhunderts.
2) Die Kirche zum h, Anton >>»n P,,0ua ist im!?cb>ffe »o Klaficr 1 Scinch
« Zoll lang mio 5 Klaflcr « Zoll !>relt. 2^s prcsl>,)tcrlu,„ hat cme
La»,,e »0» i Kanter i Schul) 5 Zoll u„» enn'^renc von : glatter D>>i
Flachcnmali 0cr K>rchc bciral,! i« Klafter l iKchlih 1 Zoll m>0 vcr,„a^,
«?^ Personen zu gleicher Ze>l zur llerftninilung zu 0,e>n„.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918