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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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203 Die Kapelle liegt ;ur ebenen Erle innerhalb des Klo- stergitters, gleicht einem großen Vctsaalc und ist init zwei Al- tären «ersehen. Auf dem Hauptaltare ist das gut geinalte Vild des heiligen Vincen; von Paula, der einem Armen Ärot dar- reicht; ein Bruststück in der Art eines Porträts ohne alle poetische Auffassung des Gegenstandes, die Arbeit eines jungen Palcrmitanerö Zpalorno, und das Geschenk Ilirer königl. Ho- heit der Frau Henoginn '.'cn Verry, auf deren Kosten der Künstlei sich jetzt auf Reisen befindet. Dafür besitzt der kleine Scitcnaltar ein bockst interessantes älteres und kleineres Vild der unbefleckten Empfängnis; Maria von einem unbekannten Maler. Einfachheit der Anordnung, gründliches Colorit und correctc Zeichnung, Adel der Gestalt und Innigkeit des Aus- drucks lassen an ihm nur wenig ;u wünschen übrig. Die Vurgta pelle, die sich in jenem Stockwerke der Burg befindet, welcher der Provin,ial-Vaudireclion angewiesen ist, stammt aus der Ncgierungszcit der Herzoge Karls II. und seines Sohnes Ferdinands l l , , deren Haus- und Hoskapelle sie gewesen ;u sein scheint; gerietd später in Verfall und Ver- gessenheit, wurde erst durch Se. Ercellen; den kunstsinnigen Herrn Gouverneur M. E. Grafen von Wickenburg, nachdem sie durch den Maler Nagl,er im I. 1841 gereinigt worden war, wieder in ilne ursprüngliche Gestalt gebracht, ihrer früheren ehrwürdigen Bestimmung wieder Zurückgegeben und endlich in Gegenwart der beiden jetzt regierenden Majestäten am 20. August desselben Jahres von dem Fürstbischöfe von Scckau feierlich eingeweiht. Sie gewäbrt in ihrer durchaus alterthüm- lichen Einrichtung einen waln'liaft woliltbuenden Eindruck. Man betritt nierst ein dunklem Vorgcmach, das scin Acht nur aus der Kapelle selbst durch eine über der Thüre frei gelassene ouale Ocffnung empfängt. Scwol die doppclftügelige Thüre als die darüber angebrachte Oeffnung sind mit vergoldetem überaus reich gearbeiteten Hol^ schnitzwerk bedeckt, dessen braune Farbe gegen das glainendc Gold recht gut absticht, und dessen Arbeit ebenfalls einen tüchtigen Künstler verräth. Noch bedeckt das alte, ursprüngliche Marmorgetäfel dcn Fußboden, noch überwölbt das reich in Stucco gearbeitete Tonnengewölbe den geweihten, feierlich stillen Raum, und die Wände bedecken noch dieselben in Oel auf die Wand gemallen Vilder von ausge- zeichneter Schönheit, auf denen vor ',wei Jahrhunderten die Blicke Ferdinands und seiner frommen Gaitinn und Mutter ruhten. Die herrlichen Glasgemälde, in denen sich die Hcili-
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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