Seite - 204 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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gen Agnes und Bencdiet, Bernhard und Maria, der segnende
Wellheiland und Jesus unter den Tchristgelelirien zeigen, und
die lhcils aus der Walburgis-Äapellc bei Brunn (einer Filiale
von Et. Michael bei ^eoben), theils von Goß und theils aus der
Lcobner-Vorstadltirche Maria am Waasen stammen, verbreiten
ringsum einen magischen T^ämmerschein, der durch das bunte
Lichtspicl der ticfgesättigien Garden noch mehr gehoben wird.
In dem breiten Tliürgewände, durch das mau die kleine Ka-
pelle betritt, erblickt man beiderseits in ;wci übereinander gcsctz-
tcn, gematten tischen rechts die heil. Clara mit der Monstranz,
eine ;arte Nonne mit einem Antlitz voll Anbetung, i!icbe und
Frömmigkeit, und darunter die Iieil. Katharina, eine könig-
liche Gestalt mit dem Ausdrucke der Verachtung aller Qualen,
die um des Glaubens willen ;u erdulden find, auf einen am
Voden liegenden heidnischen Fürsten tretend; u«d links die
heil. Barbara mit Tdurm und Kelch, über den» die !>eil. Ho-
stie schiebt, dann den beil. Fran; Seraplucus, die von den
Wundenmalen blutenden Hände dcmüchig über der Vrnst ge-
kreuzt. Im oberen Tycile des Geländes gewahrt inan in einer
Einfallung, die von den Evangelisten Johannes und Matthäus
gefallen wird, den Namen Jesu, und beiderseits den Namen
Maria. In herrlichem Farbcnglaiue und lachst correeter Zeich-
nung, voll Krasl und Ausdruck und einer watnbaft rührenden
Innigkeit treten diese schönen Gemälde vor das Auge des Be-
schauers. — Kaum eingetreten, steht man schon vor dem nackten
Littartische, über dem ein sehr braves Bild des (^iulin I.il'iüic,
äu 1'ui-l!^»»»^) l'ängt, das die Inschrift I(^l.<.> I.I(>I>I<)
V. 5'. (Vt,'li(5t>uz ^«oit) führt. Ter entseelte Leichnam des
Welterlösers ist am Fuße des Krcu^stamincs niedergesunken
und ruht im Schoosie eines lieblichen Engels, der sich auf dem
Felsen, welcher das allgemeine Zeichen der Christen tragt, auf
die Knie niedergelassen hat, und mit dein Ausdrucke ter in-
nigsten Thcilnahme aus den grosien Menschenfreund hcrabsiedt.
Dieser icdle Christus tragt deullich den liefen Schmer; einer
edlen Seele über die Sünden der Well in seine« auch noch im
Tode schönen Antlitz. Zwei andere Engettiuder stehen zu bei-
den leiten dieser Gruppe, davon das eine die Rechte des ent-
seelten großen Todten in der scinigen halt, während das an-
dere einen Theil der Bekleidung aufhebt.— Ucber dem Altare
^ war ein ßükel und Schiller ücs <->"" ^»luniu I^ci„!„, gc»>!>ml
l'üeü», un» ftarl, >,li I, »i»l zu Augsburg.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918