Seite - 205 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Bild der Seite - 205 -
Text der Seite - 205 -
V
ist in Stucco die Krönung Maria dargestellt; ui beiden Seiten
desselben und um zwei zur Aufbewahrung der heiligen Gefäße
bestimmte Nischen sind so liebliche Engclsgestalten, welche Ker-
zen tragen oder Blumen streuen, und deren einer eine Patene
mit dem österreichischen und baieriscken Wappen liält, an die
Wände gemalt, daß man sie ob ibrer Anmulh immer wieder
anblicken muß. Unter diesem schönsten aller himmlischen Ge-
nien hat der Maler seinen Namen ^e^)^ cle I^v» und das
I. 1597 geseht, und so seinen Namen der Nachwelt bewahrt.
— Kleber der Eingangsthüre beginnt, tlieils in den Wölbungen
und tbeils in den darunter liegenden Feldern, eine Reibe klei-
ner Darstellungen aus dem Leben des Erlösers, deren Anfang
aber noch neben dem Altare zu suchen, allwo die Verkün-
digung Maria angebracht ist. Diese Vildckcn enthalten den
Besuch der heil. Elisabeth; die Anbetung des neugcborncn
Heilands durch die Engel; die Huldigung der drei Weisen aus
dem Morgenlande; die Beschneidung; den Knaben (Christus im
Tempel unter den Schrislgelel'rlen und die Hcch,eit zu Kana
in Galiläa. Dem Altare gegenüber ist unter der Flucht nach
Aegupten das jüngste Gericht und an der Decke die unbefleckte
Empfängnis! Maria, zu deren beiden Seiten symbolische Dar-
stellungen derselben mit Inschriften aus der lauretanischcn Li-
tanei zu seilen sind, welche sie als den Tburm Davids, den
^ m , civiln8 I>ei, 3cl>!n coeli, t?pecu!liin «inL
u.s. w.') darstellen. Mit dem Gaiucn stimmen selbst
die purpurroten Noccoco-Tapeten, welche die dem Altar ge-
genüberstellende Wand verkleiden, trefflich überein-).
Auch das ständische Ioanneum bat eine Hauöka-
pclle, in welcher täglich Gottesdienst abgehalten wird. Sie
entbält ein selir gutes Altarblatt, die Taufe Clnisti im Flusse
Jordan, von I. Stark, das zu seinen besten Werken gehört
und sich eben so vonbeilbaft durch das gründliche von iedcr
Falbcnkoketteric freie Eolorit, als durch die schöne Zeichnung
des Nackten auszeichnet. Besonders gut ist der Hintergrund
gehalten, in dem der Menschlieit über dem fernen Gebirge die
erste Mcrgenröthe eines neuen schöneren Tages aufgeht. Auch
unter den an den Wänden herumhängenden Apcsteltcpfen sind
einige höchst ausdrucksvolle Physiognomien.
»> Die Waffcrqucllc, die Stalt Gottes, die Himmelsleiter, den Spiegel
ohne Flclicn ». s >y.
l) 2>>'icnigen, w.lchl' l i, l^ jiapcllc zu silil» wüusllicn, mogcn sich an dc»
Hr„.T>)l»rsteI)ir dci t. k. Gul,crnwl-T'!.,sie,u,»ü verwenden.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918