Seite - 207 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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ging aber bald ein, da die Landständc zur Zeit der Regierung
Kaiser Ferdinands I. und Maximilians I-, und wahrend der
Herrschaft des Herzogs Karl i l . allmählig zur neuen Lehre der
Kirchen-Reformatoren übergingen. Man riß beim Umbaue des
Landhauses im I. 1563 die alte Kapelle ein und verkaufte
am 6. März 1572 auch noch die erwähnte Gült, die zwar spä-
ter wieder zurückgekauft und dem Stadtpfarrcr gegen dem über-
lassen wurde, hier wöchentlich eine Messe >u lesen, was aber
nicht mehr gesckieltt. — Hierauf feierten die protestantischen
Landständc hier bei «erschlossenen Teuren ihren Gottesdienst.
— Die spätere Kapelle wurde erst ein halbes Jahrhundert dar-
nach zugleich mit dem alten Rittcrsaale erbaut, und erst in
der neuesten Zeit durch die erwähnte Wandnische ersetzt.
Die heil. Geist-Kapelle im Gebäude des k. k.
Gcneral-Commandc's (Nr. 36), deren Eingang zur ebe-
nen Erde unter der Thorwölbung des Hauses sich befindet, und
die nur an Sonn- und Feiertagen von der k. k. Feldgcistlich»
keit nun Mcssclescn benützt wird, ist mit Fresken, welche die
Wölbung und die Wände bedecken, geschmückt und deren eines
auch dem davor stehenden Allartischc zum Hochaltarbille dient.
Dieses stellt die Ausgicßung des heil. Geistes in der Gestalt
feuriger Zungen dar. An der Decke dem Aliare zunächst ist
der englische Gruß, in der Mitte die heil. Dreifaltigkeit und
über dem Musikchcr die Taufe Christi im Flusse Jordan abge-
bildet. Sämmtlichc Fresken sind von dem steiermärkischen Ma-
ler Franz Iannek, und der Tabernakel des Altars mit den an-
betenden Engeln und dem ovalen kleinen Basrelief der heil.
Barbara von weißem Marmor, von Veit Kcninger'). An der
Evangelienseitc wurde neben dem Altare dem Feldmarschall-
Lieulenant und commandircndcn General in Inneröstcrreich
Leouhard Grafen von Nothtirch und Panthen") von seiner Fa-
milie ein Denkstein gesetzt, der folgenden sinnigen Schluß hat:
»Auch ein Ruf der Liebe ist der Tod.«
Die fürstbiscköfliche Residenz (Nr. 153) hat eben-
falls eine besondere Kapelle, die von dem gegenwärtigen Herrn
Fürstbischof von Seckau, Roman Sebastian Zängerle, in ihre
») Emcm Tiroler. Künssler der zweiten Hälfte des >N, Jahrhunderts, Zöq-
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918