Seite - 219 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Bild der Seite - 219 -
Text der Seite - 219 -
stoßenden Jesuiten-Kollegium gelegt, uud von da an so rasch
gefördert, daß er bei Gelegenheit der (Gründung der neuen
Akademie am 1. Jänner 15>85 schon ,um größeren Thcile be-
endet dastand; doch wurde das Gebäude erst unter seinem
Sohne und Nachfolger, Erzherzog Ferdinand II., im I. 1699
ganz vollendet.
Den größten Tlieil desselben nimmt lient ,u Tage die
k. k. Ilniversitäts-Bibliothek ein, welche im ersten Stockwerke
außer zwei Lesezimmern, einem zwei Stockwerke hohen und
sehr großen Bücherlaale, einen kleineren Saal und ein langes
saalarliges Zimmer in einem dritten Stockwerke eines andern
Flügels umfaßt, in welche die Bücher vertheilt sind. Den gro-
ßen Saal — welker durch eine Reihe von zu je vieren zusam-
mengestelllcr, die sanft geschwungenen Gewölbe tragender Säu-
len in Zwei Theile gelheilt ist, und der einst die .Xuln ncn-
<1c>nicr> der Jesuiten-Universität war, in der alle größeren
Feierlichkeiten abgehalten und auch nach damaliger Sitte des
Ordens von der Jugend Schau- und andere sceuische Spiele
von Zeit zu Zeit aufgeführt wurden — ließ die große Kaise-
rin« Maria Theresia im I. 1778 mit einem Aufwände von
8532 st. in seine gegenwärtige Gestalt bringen und durch
bunte Malereien ausschmücken.
Die unterhalb der Bibliothek liegenden Säle, die geräu-
mig und ziemlich licht sind, werden von den Humanitäts'
Class.'n des akademischen Gymnasiums und der juridischen,
uud jene des Seitenflügels von der philosophischen Fakuliät
zu Hörsälen benutzt. An die letzleren stoßt im zweiten Ge-
schoße das pbl'silalische Cabinet uud im ersten Stockwerke der
ziemlich große Promotionssaal, welcher seinen Haupteingang
im Priestcrhausc und ein lebensgroßes Vildniß Sr. Majestät
des Kaisers Fran; I. von „Nieder" vom I. 1836 hat. Er
wurde durch die Verwendung Sr. Exccllen; des Hrn. Landes-
Gouverneurs M. ('. Grafen von Wickenburg im I. 1834 so
hergestellt, wie er jetzt ist, und dient zur Vornahme aller aka-
demischen Feierlichkeiten und zu den öffentlichen Prüfungen des
Gymnasiums. Außerdem befinden sich noch in diesem Gebäude,
das hinter dem k. k. Arlillerie-Zeughause mit dem G'.'mnasial-
gcbaude zusammenhängt, die Wohnung des Bibliothekars und
des Famulus des physikalischen Cabinets.
An die Universität stoßt einerseits das k. k. Zeugliaus
und andererseits das k. k. Ccnvict uud Priesterhaus,
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918