Seite - 220 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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cin Eigentlnim des steicrmärkischen Stildienfonds '), unstreitig
eines der größten Gebaute der Stadt, durchaus drei Stockwerke
hcch, denen aber die sich bedeutend senkende Vürgcrgasse, be-
sonders im ersten Hofraume, das Ansehen von vier Geschosien
gibt. Es Mießt einen sehr geräumigen und regelmäßigen
Hof — dem die ibn rings umgebenden rundbogigcn Doppel-
fenster einen eigenlhümlichcn Anblick ernster Würde und klö-
sterlicher Strenge gewähren — weiter zurück einen kleineren
zweiten Hof und einen aufgelassenen Garten cin, dessen altern-
de Alleen und vertrockneter Springbrunn melancholische Ge-
fühle ni erwecken geeignet sind. Es bat dieses Gebäude auch
einen Uhrihurm, in dem einst die älteste Spccula oder der
sogenannte mathematische Tl'urm (die Sternwarte) der Jesui-
ten war, auf der Guldini, Ticrcnbcrgcr, Licsganig „. ,n. A.
ihre Beobachtungen^) anstellten. Am Eingänge zeigt es die
Inschrift:
Vovit
ii.
Es faßt dieses Gebäude gegenwärtig das Alumnat cdcr
Seminarium der Seckaucr-Diccese und das k. t. Con'.'ict in
sich, war jedoch einst das älteste Stadtpfarrhaus und später das
Kollegium der Jesuiten. Ihnen wurde nämlich bei ihrer ersten
Einwanderung in Grätz im I. 157^ dieser der Pfarrlirche
zum beil. Acg!idius gegenüber gelegene Pfarrbof zur einstwei-
ligen Wohnung angewiesen, aber schon im nächsten Jahre uon
dem Herzoge Karl II. der Grundstein zur Umgestaltung des
Hauses in ein Ccllegicngobäude für die Väter der Gesellschaft
Jesu gelegt, der Bau durch mehre Jahre fortgesetzt und erst
Mit h. Ttudlen Hos-Kommisüons - Verordnung vom z?. Octobcr <tt25,
Z. «zzi, ist die allerhöchste <5,iischl>es>unq erfolgt, das! nicht das Kion-
suitcn-CollegiUMs anzusehen sei, den» zu 3o!^e auch die Umschreibung
geschah,
D>c Icftiitcn sorqten schon !rüh;eil>a, für eine Sternwarte, an der im-
mer auzqezeichnete Astronomen arbeiteten; hier l>eol>achtete Guldini»
hier machte Liebganig seine Veodachtun>;en u. m. A. Siehe das Werk:
l>tn s»i!ß. ?. in Iiltr«6uLtlnn>5 und I'ÄF l?z des Wertes. Die neue
Sternwarte, welche sich u!>er dcm,e»i>,en Vl"l<tl dciand, die den Phy-
sikalische» Hörsaal enlhatt, wurde erst ,m Jahre >?<» und l?,l erlaut:
au> ihr deobachtele P. lierenberger >>n I. »?l^ de» Kometen,
z) Der Ausbildung der Jugend
>n edlen Sitten
widmete es
Franz l l . »»»'.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918