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welches die Stadt auftuweisen hat. Die Stände ließen es im
I. 1599 durch Themas Auer und Marimilian Weining gie-
ßen. Die schöne Zeichnung an den Figuren, die Zierlichkeit
der Arabesken, die Neinbeit des (Busses und das Sinnige der
ganzen Anlage verratlien Künstler, die man auch heul ;u Tage
noch nicht gar zu häufig antrifft.
Der der Herrengasse nigekelnte Tkcil des Gebäudes ent-
hält den Sitzungssaal der Verordneten und des AusschusiratDes,
das Empfangszimmer des Landeshauptmanns, die Arbcitc>um-
iner der Verordneten, das Eecretariat und die 5ta»Ucien der
verschiedenen ständischen Aemtcr, die Kassen u. s. w. Hier hat
man auch das ständische Einreiäiungs-Protokoll und Erpedit
zu suchen. In demjenigen Flügel, welcher dem Zcugl>ause Zu-
nächst liegt, befindet sich die ständische Vuchl'altung. Im Zwei-
ten Hose des Landhauses befinden sich ;ur ebenen Erde die
steicrmärkische Sparkasse, im zweiten Stockwerke das t. k. Gu-
bcrnial - Nechuungs-Departement für die directe Besteuerung,
und lm ersten die alte ständische Registratur und das Archiv,
das einen großen Sckatz an Urkunden und anderen Quellen
für die Geschichte des Landes besitzt, der um so wichtiger ist,
als die Staude der Prcvim bivlier sonst bei Allem becheiligt ge-
wesen, was irgend zum Frommen des Landes getlian oder ge-
sprochen worden ist.
Unmittelbar au das Landhaus schließt sich das ständi-
sche Zeughaus an, ein gleich ehrwürdiges altes Gebäude,
wie das Landhaus, das sich in vier etwas gedrückten Stockwer-
ken erhebt, ein mit Wappen geschmücktes Portal und die Iahrs-
zal,l 1644 zeigt, neben dem sich auf jeder Seite eine Nische
und in ihnen die durch die Unbild der Zeilen ergrauten Stand-
bilder des Mars und der Vcllona befinden. Die Entstehung
eines ständischen Zeughauses fällt höchst walnscheinlich in sehr
frühe Zeiten, da die häufigen Einfälle der Magvaren und
Türken, denen die Slcicnnark in früheren Jahrhunderten aus-
gesetzt war, durch die Noidwendigtcit des Schutzes eine reich-
gcfüllie Naffcntammcr erheischten; es ist jedoch nicht unwahr-
scheinlich, daß ein größeres Zeughaus erst zu jener Zeit ent-
standen sei, als Herzog Karl I I . die Stände ,ur Milgenosscn-
schaft bei Verteidigung der windisch-croatischen Gränzc um
das I. 1578 bewegen hatte; allein dieses Gebäude ist erst viel
später erworben worden. Es kauften nämlich die Stände kraft
Einstandsrechtcs am 16. März 1639 das damals sogenannte
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918