Seite - 232 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Kriegskassen und die Provinzial-Staatsbuchhaltung
beherbergt, und srül'er nach dem Stifte der regulirien Clior-
hcrren zu Voran, welches noch bestem, der Vcraucrl'os hieß.
Dieses Hau«., zu dem auch ein Carlen gehörte, kaufte das
Stift im I. 1637, ließ noch in demselben Jahre den Grund-
stein zu diesem Hause legen und bis 1675» ga,n ausbauen.
Von da an blieb es im Besitze dieses Stiftes, bis ei im I.
1823 der Staat an sich kaufte.
Dergleichen Häuser, Höfe genannt, befassen aber in frü-
heren Zeiten in der Hauptstadt säst alle Stifter und Abteien
des ganzen Landes, in denen stets einige (Geistliche des Klc-
stcrs cter Stiftes wegen verschiedener weltlicher Geschäfte wohn-
ten, und auä' der Abt oder Propst derselben, der schon als
Landstand sich öfter in Grätz aufhalten mußte, sein Absteig-
quartier hatte.
Geht man durch das Tabakamts-Gebäude hindurch in die
Neuthorgasse, so steht man vor dem Gebäude der t. k. Mi-
litär - Montours - Octo » omic - Ccminission (Nr. 423),
das einst ein Kloster der barfüßigen Karmeliter Nonnen war,
denen auch die daranstosiende Kirche, welche sich auch jetzt noch
sogleich als solche ankündet, aber derzeit in ein Magazin ver-
wandelt ist, gehörte. Dieses Kloster wurde von der zweiten
Gemahlinn des K. Ferdinands I I - , Elconora Gcinaga, im
I. 1641 gestiftet und der Vau durch die reichlichen Beiträge
des K. Ferdinands III. ihres Sliesfohncs, seiner Gcinahlinn
Maria und des Erzherzogs Leopold Wilhelm, Bischofs von
Passau, möglich gemacht, aber erst im Jahre l654 vollendet.
Die vier ersten Nonnen wurden aus Wien herbeigeholt, jedoch
erst nach fast 'Zweijährigem Aufenthalte theils im Kloster der
Karmeliter, lheils in einem Privatliause nächst der Vurg, am
12. Mai 1654 in ihm die strenge Clausur eingeführt. Die
Kirche wurde erst am 26. September 1660 von dem Bischöfe
von Seckau, Johann IV. Mar Altringcr, einem Bruder des
im Schwedcntriege bekannten kaiserlichen Generals, feierlich
eingeweiht. Das Kloster wurde mittelst Hof-Resolution vom
12. Jänner 17^2 aufgehoben und damals auch die Kirche ge-
sperrt. Im I. 17d4 wurde das ganze Gebäude dein k. k. Mi-
litär-Aerar übergeben. Später kam auf einige Zeit ein Mili-
tär-Erzichungshaus hinein, und endlich erhielten Kirche und
Kloster ihre gegenwärtige Bestimmung.
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918