Seite - 249 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Statt ihre Residenz verlegten (im I. 1956)'), erlangte auch
der Schloßbcrg eine stärkere Befestigung. In dieser Zeit er-
scheinen aus dem Stamme der Traungauer Herren von Grä'tz
und zwar: Helmhart, ein Ottacher von Gräy (1196), Diet-
mar (1207), Otto und Ottokar clo ^'«c^ und ein Eschwin
lle f;rece (^1211 und 1212) im Besitze dreier alter Burgen
am Schlcßberge, aus welchen sie erst in der Mitte des dreizehn-
ten Jahrhunderts durch Friedrich den Streitbaren vertrieben
wurden. Nrkundliche Bezeichnungen aus der ersten Hälfte des
zwölften Jahrhunderts nennen intcß das Schloß Grätz <>»-
»ll'unl (^>-t!2, und dasselbe (wenigstens der untere Thcil) soll
schon unter Ottokar V. (1149) mit der Residenz durch einen
geheimen Gang in Verbindung gestanden sein. Als sich im I.
1292 die große Verschworung gegen Herzog Albrecht l. bildete,
und Hartnid von Wildon der erste die Feindseligkeiten gegen
den ^andeüfürsten begann, wurde von ihm auch der Schlosiberg
belagert, aber durch Willfing von Hanan mit Hartnäckigkeit
vertheitiget, bis der Herzog Hülfe brachte. Die nächste Vau-
verbcsserung erfuhr der Schloßberg erst in der zweiten Hälfte
des füns^elmten Ialnl'unterts, als die fortwährenden kriegeri-
schen Einfälle der Ungarn und Türken untt'r Friedrich IV.
eine stärkere Befestigung sowol der Statt, als des Scklcfses
ncthwentig machte, während die letztere tiescrc (Kraben, Zwin->
gcr und Wartthürme erlnelt, wurde auch das Schloß über-
baut (146>1) und durch Mauern und Bastionen mit der Hof-
burg in Verbindung erhalten. Noch vor dem Tote Friedrichs
war der Bau vollendet. Die Festung witerstand nun külni
der im I. 1529 erfolgten Belagerung durch die Türken. Als
im I. 1532 diese Barbarenhorten neuerdings in die Steicr«
mark einfielen und dieselbe plünderten und verheerten, konnten
sie weder die Stadt') noch den Schloßberg von Grätz erobern.
Die Vervollkommnung ter Kriegskunst unt die Nichtigkeit die-
ses Pnnetes nicht nur sür die österreichische Monarchie, sondern
für ganz Deutschland machte von nun an noch eine stärkere
Befestigung nctliwentig, welche auch von 1540 bis 1ÜW aus-
geführt wurde. In dieser Zeit erhielt die Stadt nicht nur einen
l) 0b, wic >n der l5m!citun,, erwähnt wird, Gr>>h schon in! I, <»Z« al i
R>'»üc»z d>r llliol«!'»üzunchmcn !c>, machl der Umstand <wc,l>Ihail,
dass noch ,,» lrüll 'N I^hrMl-ndc di'j zwolflcn I,>>,r>>u,i0erl5 Urkunden
dirseü'en >n L»rch unü Stc,cr ausqefert^l w»cdrn.
l) Dlc ,n> stanc,schl'n llrch,oc vorhandenen Aclen, die so »ieles »»» Plün-
derungen der Land>eule vom I, ü^l sprechen, faqen auch n,cht cm
Älortchcn, laß Gra>j c>n ähnliches «Vchlcksal gehabt.
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918