Seite - 250 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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größeren Unnang und damit neue Wälle und tiefere Gräben,
welche sie größtentheils noch gegenwärtig hat, sondern auch der
Schlcßbcrg erhielt eine stärkere und umfangsreiche Befestigung.
Der Vau der letzteren dauerte von 15,44 bis 155>9 und wurde
nach dein Plane von Fran; von Poppendorf von italienischen
Baumeistern, die S. <^> bereits »aml'aft gemacht wurden, aus-
geführt. Der Tchloßberg erhielt dadurch mehre übereinander
stehende Festungswerke, h'asematten, Etaals-Gefängniffe, meine
feste Thore, zwei (5istl>>,icu uud einen 49 Klafter ,i Fuß tiefen
Brunnen ^). Im Schwedenkriege sicherte 5l. Ferdinand !!!.
seine Familie und einen großen Theil seiner Schätze, auf eine
Zeit in der Festung Grätz.
In dieser Gestalt blieb der Schlcßberg bis in die fran-
zösische Kriegsperiode. Die erstcren Occupaticuen im I. 1797
und 1^05 gingen spurlos für denselben vorüber. Die durch
Napoleon im I. 1^9,', anbefohlene Sprengung wurde durch
den erfolgten Frieden vereitelt. Im I. 1^09 aber mußte der-
selbe durch die franiösischen Generäle Maedonald, Grcuchy
und Vrousier ein Vombardennnt erfahren, welches jedoch gan;
erfolglos geblieben wäre, wenn nicht in dem darauf erfolgten
Friedensschlüsse die Demolirnng der Festung bedingt worden
wäre, die dann auch noch im selben Jahre ansgefübrt wurde.
^'ei dieser Sprengung wurden nur ^wei Tlmrme, einer
der vorhandenen Uhr, der andere der grcsien Glocke wegen
durch die Bürger der Stadt ausgelöset und erhalten. Die
Trümmer der zerstörten Festungswerke wurden nach und nach
weggeräumt, und der Verg für öffentliche Spanergange be-
stimmt. Von den Herren Ständen, die nunmehr in den besitz
des Schlrßberges gelangt waren, sind uir neuen Anlegung von
Gärten und Gebäuden nur wenige Parthien abgegeben worden,
übrigens aber ;nr Verschönenmg mcbre '!>>ege und Fußpfade
angelegt und einige Alleen gepftanu worden. Im I. >^ l
faßte Herr Dr. Hödl, der schon früher eine der hübschesten
Parthien des Schloßbergcs in einen selir gefälligen Weinberg
und Win'erci umstaltete, den Gedanken, den auf seiner Ve-
sitzung vorhandenen bis aus die Mir binabreichenden Arun-
nen, der bei der Demolirung verschüttet worden war, ansnl-
räumen und so das lum '>,'eben^belars und für Gartenanlagen
so nöthige Wasser unmittelbar an Ort und Stelle n, gewinnen.
Bald darauf gelang es ihm auch, die oberste Cistcrne, welche
Tue Iahrl^ahl im Stciükranic «»'s Nanües ist »^u
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918