Seite - 251 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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ebenfalls bis zur Unkenntlichkeit des Platzes durch den Schutt
verborgen war, der Vergessenheit zu entreißen, und auch sie
wurde bald dem Zwecke entsprechend wieder hergestellt, wodurch
die Möglichkeit der Wohnlichkcit dieses Felübergcs bedeutend
gewonnen hatte, und für die nachfolgenden Parkanlagen zu-
gleich die ncthweudigen Vorbereitungen gelegi wurden.
Der lange gehegte Wunsch, den Verg nach allen Seiten
für öffentliche Spaziergänge einzurichten, kam erst im I. 1839
zur Ausführung. Scl'on seit mehren Jahren hatten die Her-
ren Stände die Absicht, den Schloßberg nach einem geregelten
Plane in einen Park umstalten ui lassen; nun erbot sich dazu
Herr Feldmarschall-Lieutenant Baron von Welten, ein Freund
der Gartenkunst, welcher nach einem den Herren Standen vor-
gelegten umfassenden Plane den dürren kahlen Felsenhügcl
in einen Park umzustellen gedachte. Mit Freuden ergriffen die
Herren Stände dieses Anerbieten, übertrugen dem Hrn. Ba-
ron die Leitung der Arbeiten und widmeten diesem Nnterneh-
men bedeutende Kosten. Mit der Ausführung dieses Planes
wurde im Herbste 1839 begonnen, und bis jetzt fortgefallen,
wodurch nach und nach Wege und Straßen, Hütten, Pavillons
und Lustwäldchen mit vielem Geschmacke angelegt und ver-
theilt wurden.
Diese nun etwas näher kennen zu lernen, wollen wir
einen Spatziergang dahin unternehmen, und überall etwas
verweilen, wo der Blick besonders gefesselt wird.
8- «.
Beschreibung des Schloßbcrgcs.
Der Schloßberg bildet einen aus der Fläche ziemlich steil
ansteigenden Berg von nahe -4W Fuß, der von Süden nach
Norden sich erstreckt und dort seine größte Höhe erreicht. Die
westliche gegen den Fluß gekehrte Seite ist schroff, während
die östliche sanfter abgedacht ist. Die Gebirgsart, aus der er
besteht, ist der in den nächsten Nmgcbungcn vorherrschende
Ilebergangskalk, der stellenweise in Dolomit übergeht; auf be-
tcuicnler Höhe findet man noch Lager von Sand und Ge-
schiebe. Bis aus die schroffe Westseite ist er fast ganz mit
einem blumenreichen Rasen bedeckt, aus welchem sich einzelne
Gebüsche erheben, und da auch die Vlumcndecke häufig von
hervorspringenden Felsparthien unterbrochen wir?, so ist dicß
Terrain für Parkanlagen sehr vortheilhaft. Geschickt hat hier
die Kunst, was die Natur andeutete, zu Vervollkommnen gc-
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918