Seite - 253 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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und auf das geschmackvollste ausgeführt, deren Eiiuelnheiten
hier auseinander zu setzen leider der Raum zu klein ist.
Die breite Terrasse vor dem Schwencrhause ist unstreitig
einer der schönsten Punctc am ganzen Berge, sie gewährt eine
der lieblichsten Fcrnsichtcn in die östlichen Regionen der Nm-
gebungen der Stadt. Hier schwellen die nahen Hügeln von
Landhäuscken übersäet, wunderlieblick zu immer höher empor-
ragenden Bergen an, die erst im subalpinen Schöckel, im fer-
nen Zuge des Rabenwaldes, des Kumberges u. s. w. die äußer-
ste Vegrän>ung finden. Ucbcrrasckend blickt wie ein Stern in
dunkler Nacht aus dem düsteren Waldesgrün die schöne Kirche
von Maria Trost, dort auf Bergeshöhe Lustbüchel hervor, und
die schöne blühende Landschaft des Rosen- und Nuckcrlbcrges
verliert sich hier so allmählig in Vorstädte (Graben, Gcidcrf,
St. Leonhard), daß sich beide nicht freundlicher die Hände bie-
ten könnten.
Von der Terrasse führen zwei Fußpfade, der eine steiler
und küner, der andere sanfter ansteigend, auf den höchsten
Punct des Vergcs. Auf diesem Spaziergange entwickelt sich
allmählig die Nordscite der Umgebungen, ohne Zweifel die
großartigste Parthie. Hat man an dein äußersten Feuerwach-
däuschen vorübcrschreitend das hohe Plateau erreicht, so hat
sich auch die gan;e Größe des Bildes entfaltet. Zwischen be-
waldeten Gebirgsrücken, die sich cculisscnartig in einander ver-
schieben und nur in weiter Ferne von den beschneiten Gipfeln
der Klein-, Polster- und Bruckcr-Alpc überragt werden, tritt
hier wie aus einer ersten Pforte der Murstrom in sanfter
Krümmung hervor. Bald drängt sich an sein User der felsige
Kalvarienberg und weiter abwärts eine Reihe von Häusern,
die allmählig zu größeren Massen anwächst und mit der male-
rischen Kettenbrücke und der Schwimmschule schließt.
Auf diesem Plaieau, das von allen Seiten nach der
Mitte zu einen unmerklichen Fall hat, ist am letzteren Puncte
die Cisterne befindlich, deren Wasser durch einen Pumpbrun-
ncn benützt wird. Am südlichen Rande stehen noch kleine
Hüttchen für die Feuerwachen und die Feuerglocke ^). Von hier
führt nun der Weg über einen Bogen, unter welchem sich die
traurigen Reste der ehemaligen Gefängnisse verbergen, zu dem
nächst tieferen ebenen Tlieile des Berges. Hier steht das älte-
ste Denkmal des Schlcßbergcs, der bei der Sprengung der
<) Im Jahre >2«l von Johannes dc Rolciberg gegossen.
— W
^!
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918