Seite - 268 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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ler Wolsgang Sckrain (siehe S. 162 und 215') den Jesuiten
Viller mit einem Gefährten »ach Gräh, die, da man in Grätz
von dieser Sendung wußte und gegen den Orden sehr erbittert
war, als Ritter verkleidet bei dem (^rU'erioge eingeführt wer-
den mußten und von ,<>arl bald so liebgewonnen, das! sie auch
erkannt von ihm berathen wurden. Die Folge dieser Bespre-
chungen war, das! im I. 1573 eine größere Anzahl von (Glie-
dern der Gesellschaft Jesu von dem Herzoge förnllich berufen,
ihnen der Pfarrhof und das >;irchlein der heil. Katharina nächst
St. Aeguden eingeräumt, der Orden, ungeachtet die Landständc
auf dem Landtage zu Brück an der Mui (1575) seine Ent-
fernung dringend verlangten, beibehalten; ihm auf der Stätte
des Pfarrhofes ein großes Kollegium erbauet, eine Akademie
(Universität) gestiftet und ihm übergeben, die Hoftirchc über-
antwortet und von da an das ganze Schul- und Studienwesen,
die C'ruehungs- und die Religicns-Angelegenheiten lm ganzen
Lande von ihm geleitet wurden. Von da an blieb der Orden
bis ni seiner am 6. Sept. 1773 erfolgten Aushebung, ni wel-
cher Aeit i>n luesigen h'ollegium 123 (Glieder vereinigt waren,
lm Vesihc großer C>>üler, der Universität, des Fellinandenms,
des Gonvictcs und des Iosepbinums, im Vertrauen aller Oro-
ßcn u. s. w. Noch lange bekleideten eimelnc Glieder des Or-
dens mehre Lehrämter, bis auch die ältesten aus ihnen nach
und nach ausstarben. Fünf und fünüig Jahre, »wei Monate
und sechzehn Tage nach der Aushebung des Ordens bewilligte
K. Franz I. am 22. November 1A2A die Wiedereinführung
desselben in Steiermark, und genehmigte'), daß in dem leer-
stehenden Piaristenkloster Ui Gleisdorf im Naabthale ein Jesui-
ten-Novi;iat aus drei oder vier Priestern und <wanug Novi-
zen, mit der Dotation jährlicher 2<>0 st. C. Vt. für jeden der-
selben, und fünf kaienbrüdern, jeder mit 15N st. dotirt, er-
richtet werde. Am 4. Mai 1l?29 trafen die ersten Glieder die-
ses Ordens in Glcisdorf ein. Als aber bald darauf der Pro-
>.'in)ial der Piaristen die Erklärung abgab, daß er das Kloster
im I. I83U selbst wieder ;u besetzen im Stande sein werde,
befahlen Te. Majestät mit allerhöchster Entschließung vom 2!>.
Juli 1829 die anderweitige Unterbringung derselben. Zu Au-
fangs November dieses Jahres übersiedelten daher die Jesuiten
nack Grätz, allwo sie anfänglich im linken Eekhause (Nr. ?^<)>
der Ziinendorfgassc ihre gemietete Wohnung naymcn, bis auf
») M>t «llcrhochster Entschließung vom 5, u„V 3». Iaimcr
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918