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häufiger wurden, eröffneten die deutschen Herren im I. l583
hier eine allgemeine Frei- und Zufluchtsstätte, wie noch beut
zu Tage in nachfolgender Inschrift ,u lesen ist, welche sich an
dem der Kirche benachbarten Hause der deutschen i?rdens-Ccm-
mcndc (Nr. 759) zeigt, und die folgender Masten lautet:
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vun un<! «um
Dock) erwälint K. Friedrich IV. schon in einer Urkunde
vcm I. 14^5, welche sich in der Landhantfestc findet, das«
das deutsche Ordcnsbaus in der Stadt (siehe S. 246) das
Asylrecht habe: «das von Alter ist herkommen."
Zu Ende des achnebnten Ialirbunderts wurde diese Kir-
cke von den Hapu'>iner-Välern ain Graben besorgt. Nach ü'rer
Aufhebung sorgte aber der deutsche Orden für einen Priester,
der nächst dieser Kirche im Commendehause wohnt.
Die Kirche ist unstreitig einer der merkwürdigsten altdeut-
schen Kirchcnbaue in Gräh; aber auch sie ist durch mancherlei
Neuerungen entstellt; so sind die beiden ungestalteten Tbürme,
welche die Abendseiic cinnelnnen, und mit einem Pyramiden-
artig aufsteigenden Ziegeldach« eingedeckt sind, offenbar erst viel
später zugebaut worden, und stammen hockst wahrscheinlich aus
den letzten Iabren des fünfzehnten Jahrhunderts, worauf auch
tic Ialns^ahl, der Inschrift, welche unter der Madonna am
Haupttdore sich -,eigt und: Vii-ss«» N^i <»!l> 15,0« lautet,
hinzudeuten scheint; von den Fenstern wurden jene der Evan-
gclienseite sämmtlich vermauert, und zum Thcile auch ein und
das andere der entgegengesetzten Seite und des <5hors; end-
lich ist auch noch an der südlichen Langseite eine Stiege an-
gebracht worden, die auch mr Verunstaltung des ursprünglich
einfachen Baues nickt wenig beiträgt. — Ihr hohes Aller kün-
digt gleich die Schauseitc an, die an jene Ursprünglickteit des
Baues altdeutscher Kirchen erinnert, an denen die Thürme
stets an die Giebelwand gestellt und einander möglichst nalie
gerückt sind, wodurch die zwischen beiden liegende Wand !c
schmal geworden ist, daß die nur um eine Stufe erhöhte (5'in-
gang5ihürc nicht nur diese gain ausfüllt, sondern auch einen , .
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918