Seite - 291 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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gänzlichen Untergangs nahe, den tie Hand eines ungeschickten
Restaurators vor der Zeit hcrbeigesührt hat. — Neben diese»!
Altäre befindet sich ein niedriges Gewölbe, in dem man drei
Särge sieht; es ist dicß die Begräbnißstätte Einiger aus den»
Geschlcchte der Fürsten von Eggenberg. — An den Pfeilern
des Schiffes hängen vier Bilder von Kollmann: eine Madonna,
ein heil. Joseph, Maria mit dem Kinde und ein heil. Flo-
rian. — In der Scitentapellc ;ur Rechten des Schiffes ist ein
heil. Anton, der an die Caraccischc Schule mahnt. — In der
Wandnische neben der reckten <5ingangsthüre verdient ein klei-
nes Bildchen, aus dem der Leichnam h'hristi im Sckiooße der
von Frauen und dem Jünger Johannes umstandenen Mutter
ruht, einige Beachtung. — In der Sakristei und dem daran-
stosicndcn Vorummer sind mehre Bilder, unter denen sich auch
ein h. Hicronvmus von A. Weißkircher befindet, den I. Stark
hierher legirt bat. — Daneben ist noch eine Kapelle, nach den
dem Gnadcnbilde dargebrachten silbernen Opfern, die in den
an der Wand herumstellenden Sälränken verwahrt werden, die
Schatzkammer genannt, auf deren Altar sich ein Wadonnenbild
von Petrus de Pomis befindet, das ganz demienigen gleicht,
welches den obersten Raum des Hochaltars ausschmückt. Die
Decke ist mit Fresken gegiert, worunter inobcscndeic ;wei ob
der in ihnen enthaltenen Abbildungen der Stadt und einiger
Vorstädte aus frühern Zeiten bemcrkenswerth sind.—Die Mine
des von dein Kremgange des Klosters eingeschlossenen Raumes
nimmt eine Roßkastanie ein, welche ;u den größten gehört,
die man irgendwo seben kann und die mit iyren Niesenästen
den gaiuen weilen Raum des Hofes bedeckt.—In einem zwei-
ten Hofe erblickt man das Aeußere des großen, imposanten
Sommer-Rl-fectoriums, welches durch eine Menge hoher Fen-
ster sein Licht bekommt und der schönste Speisesaal, von Grätz
ist. Ihn ließ Johann Scyfried von Eggcnbcrg, der vorletzte
seines Stammes, erbauen und mit Deckengemälden, Voifse-
rion und einem durch seine Größe an ähnliche in Italien mad-
ncnden Bilde Nannachcrs schmücken, das Christum den Hcrru
darstellt, der die Tauseude mit Brot und Fischen speiset.
Von dieser Kirche gelangt man, an den Gasthäusern zur
goldenen Sonne (Nr. 506> und nun goldenen Rößl (^Nr. 512),
allwo man fast immer Gelegenlieiten nach Wien, Marburg,
Laibach und Trieft findet, vorüber, auf den Murplatz, welcher
in der dem heil. Johann von Nepomuk geweihten Denkfaule
ein Werk des Gratzcr-Bildhauers Stammet bat, und zum
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918