Seite - 316 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Untersieirer nickt vcrläugnen. Tech näl'ert er sich inel'r dem
Erstern, mit dem er auch durch Sprache, Sitten und Cha-
rakter verwandter ist.
3er Grätzcr ist von mittlerer Statur und l,at einen
starken, untcrsel'ten Körperbau, sein Knochensvstem ist vcruig-
lich entwickelt, seine Schultern sind breit, seine Gelenke selir
ausgebildet, Hände und Füße etwas groß. Sein Gesicht !>at
mclir eine rundliche ^orm, als jenes des Oesterreichers, die
Haare sind etwas dunkler gefärbt, die Augen gewölmlich liän-
grau, selten blau oder dunkelbraun, il're Distanz von einan-
der ist bedeutend, die Ttirnc breit und etwas niedrig, die Joch-
beine stärker ausgebildet, die Nase selten gcbcgen, die Zäl,ne
grcs! und derb, und fast nie so sein einailUrt und in sanftem
Bogen gestellt, wie <. V. beim ^laliencr, das Kinn ist abge-
rundet, der Hals d> l^i>,1', der Brustkorb gewölbt und breit.
Nenn sich dieser ausiere Habitus dem Tuvus der anti-
len Schönheit nicht nähert, so bedingt er dagegen ein ruhiges
Temperament, eignet sich m Ausdauer und Veliarrlichkcit, und
verspricht ein döl'ercs Alter.
3cr Eintritt der verschiedenen Eiitnicklungs - Perioden
erfclgt hier in jenein Alter, das man in der gemäßigten Zone
durchaus ;um Maßstabe nimmt; nur der Turchbruch der Milch-
;älinc, so wie der Zahnwccvsel werden nicht seilen verspätet.
Auch das Wachsthum geht öfters langsamer von Statten, we-
nigstens zählt jede Necrutirung eine bedeutende Menge junger
Leute, die in ihrem iwainigsten Ialnc das Normalmaß zum
Militär nicht erreichten. Außerdem sind Körperschwäche und
unheilbarer Kropf jene Gebrechen, welche am häufigsten da-
von befreien. Im Durchschnitte wird von den aus dem Bezirke
Grätz mr Recrutirung Gestellten nur der zehnte bis üvölfte
Militärpflichtige da;u asscntirt ').
linier den Difformitätcn, deren Hebung der nexern Chi-
rurgie Ehre macht, werden Klumpfüße, Schiefhälse u. dgl.
selten beobachtet. Schielende aber sind leichter zu finden. Von
Perkrümmungen und ssontracturen des Kniegelenkes in ^-olge
von Gicht, Scropheln u. s. w. enthält das Verscrgungohauö
nicht wenige Exemplare.
>> Da bereits bei jeder sso„scl,pt,on eine llüssche,!>una ler
Klalt «nl>et. so durfte u„lc<- !>er g^n,.» ,n,>,!>>lpss,chl,
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918