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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Seite - 323 -
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Seite - 323 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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Die Masern herrschten neben der Grippe in den Jah- ren 186>5 und 1837, in welchem letzteren 10 daran starben, und 7 davon im Mär; und April; noch ausgebreiteter, aber gutartiger waren sie im I. 1842, in dem sie nur 8 dahin- rafften. In mehren Jahren weisen die Stcrbelisten nicht einen einigen an den Masern Verstorbenen aus. Neberhaupt wer- den sie ungleich seltener bösartig beobachtet, als der Schar- lach. Die zahlreichsten Fälle zeigen sich im ersten und zweiten Quartale zugleich mit andern Ausschlägen, als: Scharlach, Blattern, Fricsel oder mit Keuchhusten. Unter jenen chronischen Krankheiten, deren große Ver- breitung in Grätz von klimatischen Verhältnissen abhängt, neh- men die Gicht und Wassersucht die erste Stelle ein. Als die gewöhnlichsten Folgen veralteter Gicht, unter deren Namcn ich auch den chronischen Rheumatismus begreise, trifft man hier: Verkrümmung der Gelenke, Firirung auf eiinelne Theile, be- sonders als Hüftweh, Schwerhörigkeit, hartnäckige Geschwüre, bei Frauen eine Verbindung mit Husterie als Nervengicht. Hartnäckiger und frequentcr, als z. V. in Oesterreich, ist die Wassersucht, die bei vielen Armen in Folge ihrer feuch- ten und ungesunden Wohnungen, anßerdem aber dmch Wcch- selfiebcr, Anschoppungen der Vaucheingewcide und Gicht ent- steht. Auch heftige Ruhren, Scharlach, Nervenfieber lieben hier den Ausgang in Wassersucht. Im Durchschnitte stirbt hier der 8te an dieser Krankheit. Wiewol die Lungen sucht, besonders die knotige, selte- ner vorkömmt, als z. V. in Wien, so ist doch unter den Ver- storbenen der 7te auf ihre Rechnung nl bringen. Auf 11 mit Lnilgensucht >äl,lt man serners 1 mit Lnftröhrenschlvindsucht. Unter den zahlreichen Herzkrankheiten, die gewöhn- lich mit vorausgegangener chronischer Gicht in Verbindung stehen, werden Herzbeutclwassersucht und Wucherungen des Herzens (Hypertrophien) am häufigsten beobachtet. Außerdem sind Krätze und Syphilis leider eine häu- fige Erscheinung. Zur Verbreitung der Krätze dürfte nicht nur die Unrcinlichkeit uud das enge Zusammenwohnen der Armen, sondern auch der minder beaufsichtigte Verkauf alter Kleidungs- stücke z. V. auf Trödlermärkten beitragen. Die zahlreichen Ge- schwüre, die in Grätz vorkommen, sind meistens serophulöscr oder giäuischer Natur, oder Folge von Nothlauf, Frostbeulen oder chronischen Ausschlägen. Eben so ist die Frequenz des
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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