Seite - 326 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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?iät, in der guten Absicht, die Kleine» ;u starken. Viele Ge-
wcrbsleute und selbst Beamte der »icteren blasse pflegen fer-
ncrs ilire eigenen Binder in dein ersten ^cbeneialne nicht zu
Hanse, scndern vertrauen sie armen Leuten an. Herade in
der Zeit, da die mütterliche Pflege dem Kinde Vedürfnis! ist,
rulit es in fremden, oft lieblosen Händen, nnd sein Aufent-
halt ist in feuä'te», ungesunden Erdgeschossen, die mit «lei-
nen und Erwachsenen überfüllt sind, ^'ei dem Nebelstande
enNich, das! man die Kinder gewöhnlich nur unwissenden alte»
Kindsfrauen überläßt, und die Marimc, sie mehr sich selbst
anni>.'s>trauen, theils aus Vequemlichteit, theils im Drange
anderer Geschäfte übertreibt, wird die geistige Entwicklung ge-
hemmt, und ein schlummernder Heim des Eretinismus ge-
weckt. Zu rügen ist überdies« das ni feste (Einschnüre» in
Windeln; das Tragen der Kinder i» aufrechter Stellung schon
in den ersten Monaten, das >u frül^eitigc Herumführen der-
selben, ebe ikre Ertremitäten noch geyörig entwickelt sind, wo-
durch Verkrümmung der Wirbelsäule nnd Füße, und Ver-
trüppeluug des ganzen Körpers besördert wird; endlich das
niä'I seltene, unverantwortliche Zteichcn von Schlasträntc».
Daß cs auch an lächerlichen Vorurtheilen, wie von dem <2i>^
kcn des Wägers vom Kopfe, oder vom Verschreien der Kin-
der nicht fehle, ist nur ;u bekannt. Schädlicher ist die Ma-
xime, gerade bei KinderkrantNeiien den ArU nur im dringend-
sten Ncibfalle ;u rnfe», wenn sich die Quacksalberei in Mit-
teln bereits erschöpfte. — Eigentliche gymnastische Hebungen,
um die Muskelkraft m unterstützen, pflegt man, das Schwim-
men etwa ausgenommen, bei älteren Kindern nur selten vor-
zunelnne». Oyne Zweifel schadet den Gehleren auch der Zluf-
entdalt in ;u enge», überfüllten TchuUimmer», in denen sie
mehre Stunden des Tages anbringen.
Vcdarf es wol anderer Ursachen als die erwähnten Miß-
brauche, um die Frequenz der Scropheln in der torpiden Form
mit pastösem Habitus, die Frequenz des schweren Zal'nens,
der Fraisen und des Wasserkopfs 'u erklären? Unter den Wür-
mern kömmt der nzeniiz !n,n!i!'>co>lll'z nicht nur bei Kin-
dern, scndern auch bei Erwachsenen vor, öfters auch der ox^u-
l->5 vel-inicul-ü'iz; selteuer und fast ausschließlich bei Weibern
die tnenia »oliuin; gänzlich unbekannt ist die taeniu !utu.
Unter die örtlichen Gebrechen, welche in Grätz endc-
misch sind, gehört der Krcpf, gewöhnlich unter der Form
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918