Seite - 333 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Vestallunqen angestellt. Die geringe Einträglichkeit ihres Er-
werbes verleitet viele Hebammen, sich mit Behandlung kran-
ker Kinder zu befassen, und so einen Zweig der Heilkunde zu
üben, der nur Acntcn Zukommen sollte. Eben so werden auch
viele innerliche Krankheiten nur von Wundärttcn behandelt.
Tiese Uebelstände müssen sich bei der übermäßigen Zunahme,
die auch bei diesen Sanitäts-Individuen Statt findet, von
selbst ergeben.
Apotheken.
Die Zabl der Apotheken beläuft sich gegenwärtig auf 9,
von denen sich 4 in der innern Stadt und 5 in den Vor-
städien befinden; außerdem besteht noch eine Feldapotheke im
k. k. Garnisons-Spitalc und eine Hausapotheke im Kranlen-
hause der Elisabethinerinnen. Somit trifft eine Apotheke un-
gefähr auf eine Bevölkerung von 5499 Einwohnern. Wenn
im Jahre 183,5 bei einer Population von «> <,'.-> 39,999 sechs
Apotheken bestanden, so nahm ihre Zahl keineswegs in einem
so ungünstige» Verhältnisse ni, wie jene der Aerzte. Dennoch
ist auch ihre Einträglichkeit durch Verbreitung der Homöopa-
thie, der Wasserkuren und durch größere Einfachheit im Nc-
ccptiren der Aertte u. s. w. in Grätz sehr gesunken.
Die Apctdeten in der innern Stadt sind wrer Entfer-
nung nack uvcckmäßig verthcilt; jene in der weitläufigen Mur-
vorstadt auf einen ziemlich engen Raum zusammengedrängt;
von den entlegener« Thcilcn des Mürngrabens und der Vor-
stadt Tt. Leonhard sind auch die nächsten Apotheken beinahe
eine halbe Stunde entfernt.
Die Verordnungen für die Apotheker in Steiermark und
namentlich in 0>räl? stimmen mit ienen in den übrigen Pro-
vinzen im Wesentlichen üdcrein. Die Errichtung eines Haupt-
gremiums für Apotheker wurde bereits im Jahre 1811 ange-
ordnet, kam aber vor dem Jahre 1839 nicht zur Ausführung.
Jeder Eigentümer einer Apotheke <ahlt in die Kasse des Gre-
miums für seine Lebensdauer ein für allemal eine Inkorpo-
ration«-Tare von 59 ft. C. M. Auch der Provisor einer Apo-
theterwitwe entrichtet dieselbe Tare, die jedoch nicht mehr zu
erlegen ist, wenn in der Person des Provisors eine Aenderung
eintritt. Die Apotheker-Gehülfen sind von jeder Tare befreit;
dagegen hat jeder Lehrling bei seiner Ausnahme 4 fi. C. M.
und bei seiner Freisprechung 3 Tucatcn für die Prüfung zu
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918