Seite - 340 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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neu, mit der Ironie verbunden, wegen )torden ist das Vier-
eck durch das freistellende einstöckige Schulgebäude der medi-
cini!'ä,en Lehranstalt unvollkommen geschlossen; in der Mitte
schließt es einen geräumige» Hos ein, der mit Kastanienbäu-
men bepstantt ist, und ;ugleich mit dem Hinteren Gartenraume
in Verbindung steht; beide sind für Reconvalesccnten bestimmt.
Alle Kranken werden in den beiden Stockwerke,! des Gebäudes
untergebracht; die Legalitäten des Erdgeschcsies aber für Maga-
zine, die Küche, Badeanstalt u. s. w. verwendet. In dem erwähn-
ten Sckulgebäude befinden sich die Todtenkammer, der geräu-
mige Sectionssaal und die Säle für die klinische Lehranstalt.
Die Krankensäle sind durchaus licht, im ersten Stockwerke
von entsprechender Höhe und im Verhältnisse ni den tt — 20
darin ausgcnominenen Kraute» hinreichend geräuinig. Da ini
ersten Stockwerke die Fenster zieinlich hoch an den Wänden
angebracht sind, so ist dadurch an Raum gewonnen; doch wer-
den die an der enlgegengeschten Seite liegenden Kranken von
dem grellen Sonnenlichte belästigt, das sich von den gegenüber-
stellenden Häusern reftectirt. Das Zweite Stockwerk ist mit dem
ersten durch eine sehr hohe und jähe Stiege verbunden, die
scwol für den Ausgang der Neccnvalescentcn, als für den
Transport der Kranken beschwerlich fällt.
Die Lüf tung der Krantensale wird auf die gewöhnliche
Weise ;u Stande gebracht. In allen Zimmern befinden sich
nämlich an der ausiern Wand kleine Ve»iilaloren; au der
Hiütermauer aber gegen die Decke ni eine längliche in einen
Schlauch führende Oeffnung, die sich durch ein Tliürchen öff-
nen und schließen läsi!. Nnter dem Tache kommen alle ge-
neigt laufenden Schläuche in einem gemeinschafilichen üisam-
men, durch de» sie sich ausmündc». Tie durch diese Vorrich-
tung angebrachte Lüftung scheint den Anforderungen ;u ge-
nügen; denn sellen wird ein übler Geruch walirgenommen,
und noch weniger brechen bier Krankheiten aus, die man einer
verdorbenen Hospitallust Zuschreiben könnte.
Die Letten stellen 2 — ,^ Schul» weit von einander ent-
fernt; die etwas schmalen Veüstellen sind von (5is>'n, nach In -
nen aber am Fusi - (fnde und seitwärts mit Vreliern ver-
wandet, also gleichsam eine hölzerne Vcttstellc in einer eiser-
nen enthalten. Das Bettzeug besteht aus einem S!rol,sacke,
einer Matratze, deren Stelle bei einigen Kranken noch eine
wollene Decke vertritt, eine», Leinluche, einem rcsibaarenen und
einem mü Stroh gefüllten Kopspclsicr und nack der Jahres-
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918