Seite - 344 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Die eigenilichc Krankenpflege ist soii drin l. Mai
1841 den b.nxU'er'igen Sänrestern anvertraut, eben so die
Verspcisnng der Kranken seil November ld4l. (<rstere wurde
im Winter 1841 bis 1842 von 16 Wärterinnen »nd 4 Man-
nern, d. i. ven 20 Individuen verrichtet, von denen 7 gemie-
tet waren. Da der tägliche Krankenstand im Tlirchschniitc
140 Köpfe betrug, so kam auf 7 Kranke l Warter.
Das Kost - Regulativ des Krankenhauses bestimmt für
die Kranken eine schwache Diät, ^, '/,„ ^^ ^ „ ^ Poriioil
und Ertraspeiscn. Die schwache und Viertelpcrtion sind in
allen Vcrpflegsclafsen dieselben und machen die eigentliche an-
tiphlogistischc Diät aus; die übrigen entfallen ^leischnalnung
und sind für Reconvalescenten u»d den grcsüen 3l)eil der
chronischen Kranken verwendbar. Die 'Ausweisung erfolgt täg-
lich Früh um 7 Uhr, zu Mittag um 11"^ Uhr und Abends
um ü Uhr. Außerdem ist es seit Ial'ren üblich, vielen Kran-
ken in den Nachmittagestimden eine MelM'peise ;u verabfolgen.
Die Speisen werden in Kesseln von Weis-blech ans die Kr.in-
kcnsälc gebracht und dort in zinnernen Geschirren verabreicht.
Bisher wurde die Diät jedes Kranken bei der ^rühvisite be-
stimmt, und nach derselben der Speisezettel fnr denselben Tag
verfaßt.
Die jährlichen Verspeisungskosten beliesen sich unter der
frühcrn Verfestigung durch einen Traiteur nach einem Durch-
schnitte der drei Jahre von l8>H8 bis 1840 >„«!, auf 6124 fi.
C. M. und für den einzelnen Kranken auf 4 fi. C. M., täg-
lich aber auf 8 kr. <5. M. In Wien sind die Auslagen der
Vcrköstigung verhältnifünasiig geringer. Im Ialne 1>>>.i8 be-
trugen sie im t. k. allgemeinen Krankenliause 5,4,^61 ft. (l. M.;
nimmt man nach Negierungvratl) Knclz die Zahl der jährlich
behandelten Kranken auf ld,000 an, so betrage!» jene Aus-
lagen für einen Kranken nur 3 fl. 1 kr. C. M. ').
Die Reinigung der Wäsche geschal, frül'cr im ?!r-
beitshausc durch eine Dampfmaschine, gegenwärtig durch einen
eigenen Wäscher. Sie wird in der Regel bei jedem Kranken
nach Bedürfnis,, daher bei Unfiäthigen selbst öfter des Tages
gewechselt, und ist für syphilitische, dann für medicinische und
Augenkrantc, endlich für chirurgische mit eigenen Merkzeichen
versehen.
l) S»mml!>che Omnakmcn ?cs h,c,,q^n Krankenhaus,'« !,>lru>;>'n ,m
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lclczma! aui l^r »lagistraiochen OcMl'moclassc zu lcclc».
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918