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dasselbe anstoßenden Grundtbeil mit dem Anerbieten, auch
das auf demselben hastende ^audemium jährlich zu entrichten.
Im Falle die barmherzigen Schwestern lic Krankenpflege
im allgemeinen Krankenkausc ausgeben, oder in ein anderes
koeale übersiedeln, fällt das obenerwähnte, seit dem Jahre
1^42 wirklich belogene (Gebäude um den zur Zeit der Ilcbcr-
gabe zu bestimmenden Eä'äynngswcrth dem Krankenl'.ins-
fonde zu.
Sie übernclnnen die Krankenpflege im Krankendausc (mit
Ausnahme der syphilitischen Abtkcilnng) und verzichten auf
jeden Wärterlohn. So lange ilirc Zahl nicht hinreicht, haben
sie geeignete Wärter beinischaffen, denen, so lange sie nicht
das Ordensklcid tragen, der bischerige Wärterlohn auobe>ablt
wird. Die Schwestern haben ausschließend das Recht, diesel-
ben auftunelnnen und zu entlassen.
Außerhalb dem Krankcnbausc dürfen sie nur dann die
Pflege von Kranken übernelnnen, wenn dadurch der Wartung
in demselben kein Abbruch gestiebt. Die Reinigung der Wä-
sche und die Verspeisung der Kranken wurde ilnien unter den-
selben Bedingungen, wie dem letzten Pächter übertragen.
Es steht dein Orden frei, die Krankenpflege aufzugeben,
so wie dem Koben Gubernium, sie demselben abzunehmen;
so lange jedoch eine solche Auskündung, die ein Jahr früber
m geschehen hat, nicht crsolgt, hat dieser geschlossene sscniratt
seinem ganzen Inhalte nach stillschweigend fortzubestehen.
o) Das k. k. Irrenhaus (Pauluithorgassc Nr. 72).
Zu gleicher Zeit mit dem Gebär- und Findell'ause wurde
auck diese Anstalt erricluet, im Ialire 1827 aber wegen der
jährlichen Zunahme der Irren durch den Ankauf des naben
Nockenzaunischcn Hauses erweitert. Beide Lccalitätcn sind dem
Krankcnhause gegenüber auf einer mäßigen Anhöhe gelegen.
Das alte zweistöckige Gebäude bildet ein unregelmäßiges
Viereck, das einen nicht selir geräumigen Hof einschließt, ^angs
der innern Mauer laust in beiden Stockwerken ein heilbarer
Gang, aus dein mau in die Zellen der Irren eintritt. Diese
sind größtentheils sebr klein, ;um Theil mit steinernen Fuß-
böden belegt, und jede mit einem hoch an der Wand ange-
brachten Fenstcrchen versehen. Der Gang selbst, so wie ein
größeres Zimmer wird zur geselligen Zusammenkunft der I r -
ren benüyt. Nicht nur freundlicher, sondern auch dem Heil-
zwecke angemcffcncr ist die neue Localität, in welche man die
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918