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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Seite - 349 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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349 terstützt; die Zahl der aufgestellten Wärter wechselt nach der Menge der zahlenden Irren, von denen nach der ersten Classe jeder Eimclnc, nach der zweiten aber zwei zusammen einen eigenen Wärter haben. In den letzten Jahren wurden im Durchschnitte unge- fähr 50 Irre jährlich aufgenommen, und in Summe 180 behandelt, von denen cirrn 25 die Anstalt verließen und 18 starben. Von 291 Irren, die man vom 1. Juni 1838 bis 1. Jänner 1841 aufnahm, und über welche mir genauere Daten vorliegen, kamen 104 aus dem Bezirke Grätz, 217 < obige 104 mitgerechnet) aus gain Ilnterstcier, 37 aus Ober- steier, und 37 aus andern Prcvinlen der Monarchie oder dein Auslande. Die Zahl der Irren aus Obcrsteier verbält sich >u jener aus Untersteier wie 1:6, die der Populationen beider ProvinUheile aber wie 1:4,5. Ein so auffallendes Nebcrwie- qen rührt nun Theile daher, daß man in den nördlichen Krei- sen unschädliche Irre weit öfter zu Hause verpflegt und nickt in die Irrenanstalt absendet, und daß unter dem Namen 'Un- tersteier auch die Hauptstadt Grätz mitbegriffen ist. Anderer- seits gehört Ilntersteier zu den Weinländern, in denen Gei- stestranke zahlreicher vorkommen; im nördlichen Steiermark aber scheint der Cretinismus die übrigen Formen zu ersetzen. Bei weitem die Mehrzahl der Irren befinkct sich in eine», Alter von 30 — 40 Jahren, dann Zwischen 40 —- 50 und im ledigen Stande. Die Zahl der Männer überwiegt etwas jene der Weiber, doch ist jene der geisteskranken Witwen weit bedeutender, als die der Witwer. Tkeilt man nach Dr. Schubert, dem Ordinarius der An- stalt, die Geistesstörungen in nrei Haurtelassen, in Wahn- sinn und Sinnlosigkeit, und jenen in Wahnsinn mit er- hebender oder mit deprimirender Gemülhsstimmung,— Manie und Melancholie; die Sinnlosigkeit aber in solche mit direc- ter und indirekter Schwäche, Verwirrtheit und Blödsinn: so findet man die Melinahl mit Manie, eine etwas geringere Anzahl mit Melancholie und mit Blödsinn behaftet, und die wenigsten an Verwirrtl'eit teilend. Bedenkt man, daß man die erstern aus gerechter Vorsicht beinahe ohne Ausnahme der Irrenanstalt zuweist, während Blödsinnige nicht selten zu Hause verpflegt werden, so erscheint die Zahl der letzteren noch be- deutender. Die Aufnahme des Irren ist entweder definitiv oder provisorisch. Erste« wird nur durch die Landesstclle bewil-
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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