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zu beschäftigen. Die rüstigern Pfründner werden in jedem
Zimmer zur Krankenpflege gewählt, und erkalten dafür täglich
eine Zulage von 3 kr. C. M. Schwer Erkrankte werden in
das allgemeine Civilspital übersetzt. Für arme Durchreisende
ist vermöge dieser Anstalt durch eine besondere Stiftung Für-
sorge getroffen. Das Institut hat einen Arzt, der die Pfründ-
ner wöchentlich zweimal besucht, einen Chirurgen und einen
Venesiciaten, der im Hause wohnt und täglich in der ange-
bauten Iieil. Geistspitals-Kirche Messe liest.
Die jährlichen Einnahmen belaufen sich ungefähr auf
ein Erträgniß von 7600 st. C. M., und übersteigen in man-
chen Jahren die Ausgaben nur um wenige Hundert Gulden,
die abermals als Capitalien anzulegen, und mit ihren Zinsen
zur Fundirung neuer Pfründen zu verwenden sind. Die Geld-
betheilung der Pfründner im I. 18-12 betrug allein 3321 st.
30 kr.; die ganze Verpflegung eines Pfründners im Hause
aber ungefähr 169 st. C. M., so daß Einer täglich aus 26 kr.
C. M. zu stehen kam.
Der reine Acliv-Vermögensstand des Spitals bclief sich
am letzten Octobcr 1842 auf 122,637 ft. 34 kr. 3 Pf.
3) Hofspitals-Pfründen.
Aebnliche Pfründen für Arme sind jene des aufgehobe-
nen Kaiser-Hofspitals. Im Jahre 1561 wurde nämlich
ein Fond für 12 Männer und 12 Weiber gestiftet, die man
in einem Gebäude neben der Stadtplane verpflegte. Das
Spital wurde von Kaiser Joseph II. im Jahre 1787 aufge-
hoben, und aus dem Fönte Pfründen von täglich 6 kr. C. M.
verliehen; deren Zahl man im Jahre 1834 auf 19 Stellen
für IN Männer und 9 Weiber rcducirte. Die Gcsucke um
dieselben sind an das hohe Gubcrnium zu richten, und mit
Taufscheiu, Armuths-, ärztlichem und Moralitäts-Zeugnisse
zu belegen.
Die früher bestandenen Lazaretspital-Pfründen sind schon
lange aufgehoben und mit dem Sicchenhausfonde vereinigt.
!,) Gebär- und Findelhaus.
Das Gcbärhauö und die Findelanstalt (Paulus-
thorgasse Nr. 71). Vor ungefähr 70 Jahren wurde in Grätz
eine öffentliche Entbindungs-Anstalt errichtet, wo;u man ein
kleines Gebäude im Hofe des Sieckenbauscs benutzte und bei
allmähliger Zunahme der Entbindungen auch einen Theil des
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918