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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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388 Die Nationalgerichte des (Krätzers gehören in das Gebiet der Mehlspeisen. Sein Heidcnstcr;, aus Buchwcizen- mehl mit einer Zugabe von Suppe oder Milch genossen, ist eine Speise, nährend und schmackhaft zugleich, die nicht nur dem Armen mundet, sondern auch die Tafel des Reichen ;iert. Sie ist lncr eben so national, als die Polcnta in Italien. Aus demselben Stoffe bereitet, doch minder beliebt sind die Heidentlöße (Heidcnknödl); außerdem werden der Tommerl, (auch Ofenkater genannt, eine Art Polcnta), aus türkischem Weizenmehl, Milch und Schmale bereitet; das türkische Koch, eine ähnliche Speise; unter den Zuspeisen Fisolen mit Sauerkraut auf dem Tische des gemeinen Mannes gerne ge- sehen. Eine Tuppe aus Mehl, Essig, Wasser und einem Fette bereitet, und die sogenannte sauere Milchsuppc (aus sauerer Milch und Mehl), eine Lieblingospeise des Landmanns, wird auch vom (Kratzer häufig gcncsscn. Als diätetisches Mittel kann sie auch Fieberkranken und selbst im Typhus empfohlen werden. Trotz seiner Vorliebe für Mehlspeisen vergißt der Grä- her es nicht, daß die gehörige Abwechslung mit Fleischkost am gedeihlichsten sei. An vielen Festtagen darf es selbst an einem doppelten Vraten nicht fehlen. Die Eßgeschirre sind meistens aus Steingut oder gewöhn- lichem Thone; bei Aermeren auch aus Hol;. Zinngcschirre wer- den außer den öffentlichen Anstalten wenig gebraucht. Durch chemische Untersuchungen, die man mit den Glasuren irdener (Geschirre vornalnn, fand man bei einigen einen bedeutenden und daher schädlichen Zusah von Blcigchalt; doch können der- lei sanitätswidrigen Geschirre nur als Ausnahmen gelten, da Bleivergiftungen, wie ich bereits erwähnte, höchst selten vor- kommen. Die Sanitäts-Aufsichl über den Verkauf sämmllicher Victualicn und Getränke, so wie der Essigsicdercic» liegt im Bereiche des Armcnph'.'sikers. Es besteht eine eigene Martlord« nung vom Jahre 17W, die zunächst vcn vier Platzaufsehern gchandhabt wird, und in Ve^ug auf die Acnderung der Zeit- Verhältnisse manchrr Verbesserung bedürfte. Die Preist der Fleisch- und Bäckerwaaren werten monatlich von einer Com- mission festgesetzt und in der Grätzer-Zeitung bekannt gemacht. Gasthäuser sind in allen Thcilen der Stadt in Menge vorhanden. Im Jahre 1842 zählte man nicht weniger als 2W Gastwirthe, außerdem 36 Ncinschanken, deren Besitzer ihre eigenen Weine ausschänkten.
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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