Seite - 392 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Bild der Seite - 392 -
Text der Seite - 392 -
392
Mehlspeise aus Himmcltliau, d. i. aus dem Zainen des pn-
»icum 8i>l>l;ui»i»Io (Schwoder), oder ein Knlnruuhee berei-
tet, der auch bei Erwachsenen beliebt ist.
8- «.
Preise der Lcbcnsmittcl.
Die Stadt Grä'tz steht neck» immer in den übrigen Pro-
vinzen der Monarchie im )cufe großer Woblfcilhcit, die man
aber ieht nicht mel'r antritt. Sonst war das ^ebcn hier nn-
streitig sekr angenehm, da die Geselligkeit und Gastfreundschaft
der Bewohner, il>r für Genüsse aller Art empsänglichcr Sinn
nnd die Wohlfeilhcit der meisten Lebens- und Genußmittel,
die Schönheit der Umgebungen und die gesunde '^ age der
Stadt, vielfache Gelegenheit ;u den mannigfaltigsten Vcrgnü-
gungcn darboten. Durch die Einführung der allgemeinen Ver^
zehrungssteuer im I. 1829 wurde hierin eine der wichtigsten
Verandrrungen hervorgebracht, denn von da an gingen die
Preise aller Lebensmitteln bedeutend in die Höhe, und ihr
Steigen beförderten später noch manche andere Umstände, so
daß Grätz gegenwartig in dieser Hinsicht mit anderen Pro-
vmzial-Hauptstädten auf gleicher Stufe der Preise steht.
Dieses gilt vor Allem von der Miete der Wohnun-
gen. Da der höbe Adel, ein grosler Theil der höheren Be-
amten, der Handelc-stand nnd die meisten Honoratioren in der
inneren Stadt wohnen, so ist auch dort die Miete am höch-
sten. Man kann dieselbe im Durchschnitte in den belebtesten
Gassen und auf dem Hauptwachplatze im ersten und «weiten
Stockwerke, besonders in neuen Hänscrn ,n 40 — 54 ft. C. M.
für ein Zinnner annehmen; für den dritten Stock ui 32 —
4<>, und für die ebene Erde m 20 — <^» fl. In den Vor-
städten ist der Hauöuns in den längs des kleinen Glacis lie»
gcnden Wohnungen nicht viel niedriger; in den weiter nnück-
liegenden Gassen kostet das Zimmer in der Regel 30 — 36 fl.;
nnd in den entfernleren Vorstädten hingegen selbst bei eben«
erdigen Wohnungen dcnnoch bei 20 fl. C. M.
Auch die Miete der Verkaufsgewölbc ist in der neuesten
Zeit bedeutend gestiegen. Sie steht am höchsten am Haupt-
wachplatze, in der Herren-, Mur- und Sporgasse, und beträgt
für ein Gewölbe sammt oder iuweilcn auch ohne ein Maga-
zin von 400 bis 600, auch 700 st.; in den minder lcbhaf-
ten Straßen und Seitcngäßchcn zahlt man denn doch für ein
» « H ^ ^
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918