Seite - 404 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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stiegen wäre; dann in der bedeutenden Abnahme des Gräher-
Handels, besonders im Eisen, woran vonugswcise das Auf-
blül'cn der ungarischen Eisenwerke Schuld ist; in dem Weg-
bleiben der ungarischen Handelsleute von den Hral'.er-Jahr-
märkten, woni sie durch die mancherlei lastigen zollamtlichen
Masiregeln bewegen worden sind, denen sie bei dem Besuche
der Pesther - Messen gan, entgehen; endlich in den wichtigen
Hindernissen, welche in der Beschaffenheit des Flusilaufes an-
getroffen werden, an deren Hinwegraumnng ül'erkanpl m we-
nig Zeit, Aufmerksamkeit und Kosten verwendet werden. Da-
hin gehören das Versanden des Flußbettes, die zahlreichen im
Flusse liegengebliebenen Bäume, die Zersplitterung des Stro-
mes in vielfache Arme, die Scichtigteit desselben, welche es
den Plätte» nicht gestattet, mebr als 250 — 300 Zentner zu
laden, wahrend auf der Trau 300 — 500 Zentner eingenom-
men werden u. dgl. m. Dabei geschielit es denn nicht selten,
daß in manchen Jahren an mehren Stellen die Plättenfahrt
gar keinen ohne Gefahr zu beschiffendcn Flußarm vorfindet
und deßwcgen entweder gam eingestellt oder nur mit halber
Ladung betrieben werden muß. Dieser Uebelstand mehrt sich
von Iabr m Jahr, und wird so lange fortdau^n, als man
die Negulirung des Flusses den angrainenden Gemeinden ;u-
muthen oder sich bloß auf partielle Abhülfe beschränken und
den Fluß, so wie er aus dem Bereiche der Hauptstadt heraus-
getreten ist, größtcntheils sich selbst überlassen wird. — So
wie von Grätz abwärts die Zersplitterungen des Flusses von
außerordentlichem Nachtheilc sind, so bereiten wieder in der
Stromstrecke oberhalb Grätz die mm Speisen Zahlreicher Mühl-
gängc angelegten Stauwehren den Floß- und Plättenfahrten
andere Hindernisse, ja offenbare und nicht unbedeutende Ge-
fahren, welche die Assennam-Anstalten veranlassen, keine nir
Versendung auf der Mur nach Grätz bestimmte Waarc in Ver-
sicherung zu nehmen.
Die Zahl sammtlicher, auf der Mur aus der oberen Steier-
mark in Grätz ankommenden Fahneuge, tann man gering ge-
rechnet jährlich auf 800, ja in manchen Jahren, wenn der
Winter gelinde und der Stand des Flusses den Falnten gün-
stig ist, sogar auf 1000 annehmen; davon kommen ungefähr
500 Flöße mit Scheiter- und BauhoNstämmen von Peggau,
Frohnleiten, Röthclstein, Bärneck und anderen Orten; 80 ka-
denftößc von Knittelfeld uud 100 Plätten von Lecben, welche
« meist Roh- und Streckeisen hcrabbringen; 50 Ladcnficße von K
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918