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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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409 Erzielningsgeschäst in den ersten Jahren der zartesten Kindheit, in denen die Eindrücke fürs gamc Leben empfangen werden, durchaus unfähig sind. Daß dabei der eigentliche Zweck der Familie in Ansehung auf die erste Erziehung der Kinder ganz verloren gehe, leuchtet Jedermann von selbst ein. Man darf sich daher durchaus nicht wundern, wenn die Eniehung der Jugend auch hier noch sehr viel m wünschen übrig läßt. Die- selbe befindet sich grcßenlheils in den Händen der Studieren- den aus den höheren Schulen. Diese sind denn auch fast die einzigen Privatlehrcr in allen Kreisen der Gesellschaft. Tüch- tige Erzieher fehlen hier noch sehr. Und hierin liegt zum Theile auch der Grund so mancher in die Augen fallenden Gebrechen, die man in diesem Zweige der VildungSanstalten wahrnimmt und so mancher Eigenheiten des Tones in den Gesellschaften. — Das natürlich Anständige im Benehmen, wo- durch sich eine genossene gute Erziehung kund gibt, die ;arte Aufmerksamkeit gegen Damen, die vordem den gebildeten Jüng- ling verrieth, die sorgfältige Vermeidung alles dessen, was auf Selbstüberschätzung, Anmaßung und üble Gesittung schließen lassen könnte, und andere Vorzüge der Art, die sonst zum gu- ten Ton gehörten, trifft man jetzt unter der männlichen Ju- gend hier, wie wol auch anderwärts, nur selten mehr an. Die entgegengesetzten Gewohnheiten sind heut zu Tage auch in Grätz an der Tagesordnung. — Unter dem weiblichen Gc- schlcchte tritt dagegen der Hang nun Lurus, der dier größer denn in den meisten anderen Städten von gleichem Nmfangc ist, immer stärker hervor und die Sucht, es an der Kleidung den reicheren und höher gestellten Sländeclassen gleich oder gar zuvor zu thun, wirkt auf die häuslichen Verhältnisse nicht selten sehr nachtheilig ein. Das gesellige Leben. Die Gestaltung des geselligen Lebens wechselt auch hier, wie anderwärts, nach den Ständeclasscn. Man hat von jeher in anderen Provinzen dieser Stadt den Vorwurf gemacht, daß sich in ihr die einzelnen Ständeclassen von einander menr ab- sondern denn anderwärts, und daß eben darum das gesellige Le- ben und der geistige Verkehr einen gewissen Mangel der Ver- schmelzung verschiedener Lebens- und Vildungselemente deutlich an sich trage; und ohne allen Grund ist diese Beschuldigung nicht. Der unter dem Namen „Ressource" im I. 184» ins Le- A ^
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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