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Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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Seite - 410 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung

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410 ben getretene Verein uim geselligen Vergnügen für alle Clas- scn der gebildeten Stände dürfte diesem Uebelstandc heilsam entgegen wirken. Seit der Gründung dieses Instituts berüh- ren sich der Adel, die Beamteten, der höhere Mittel- und der Vürgcrstand in den Sälen dieses der Geselligkeit gewidmeten Vereins, obgleich ein innigeres Durchdringen oder auch n»ir eine größere Annäherung der bisher getrennt gewesenen Lebenstreise noch immer nicht wahrgenommen werden kann, die aber bei längcrem fortbestände dieser für Grätz längst zum licfstgefühl- ten Bedürfnisse gewordenen Einrichtung in der nächsten Zu- kunft gewiß nicht ausbleiben wird. — In den höheren Kreisen der Gesellschaft vermißt man meistens auch hier, wie anderwärts, einen lebhafteren Austausch der Ideen und Ansichten über die wichtigsten Bedürfnisse und Erlebnisse dcr Menschheit, der allein fähig ist, der Unterhaltung jene geistige Würze zu ertlieilen, worin der Hauptvonug einer edleren Konversation besteht, und worin auch das einzige Mittel zu finden ist, wodurch das La- ster der Klatschsucht für immer aus den Zusammenkünften der Gebildeten verdrängt werden kann, das auch hier nicht selten in manchen Gesellschaften noch sein bleiernes Sccptcr schwingt, ja manche ssottcrien despotisch beherrscht. Wie überall, so üben die wechselnden Formen dcr Ge- sellschaft und des geselligen Verkehrs der Residenzstadt nach kurzer Zeit auch hier einen, wenn gleich nur vorübergehenden Einfluß auf jene aus. Vald nachdem dcr hohe Adel Wiens angefangen hatte, die Gesellschaft bei sich erst nach demThea« ter ,u empfangen, geschah Aehnliches auch in Grätz; doch kam man auch hier, wie dort, von dieser Sitte bald wieder ab, und gegenwärtig empfängt man Gesellschaft von 6 — « Uhr Abends und macht Visiten von 12 — 3 Uhr Mittags, worauf bei dem höhern Adel die Speiscstunde folgt. — Das Theater beginnt in dcr Winter-Saison um 6 '/^, in der schö- neren Jahreszeit nach ? Uhr, und endet in beiden Fällen nach 9 Uhr. — Välle werden von dem Herrn Landes-Gouver- neur, im Adels-Casino, in der Ressource und von einzelnen Cavaliercn gegeben, um 8 oder 9 Uhr eröffnet und meist bis gegen den Morgen fortgesetzt. Ter geschlossenen, dem geselligen Vergnügen und dcr Unterhaliung gewidmeten Gesellschaften gibt es in Grätz nur zweie, das adelige Gasino und die Ressource. Das Er- stcre Hai ein großes Quartier auf dem Franiensplatze (Nr. 43) gemietet und glänzend eingerichtet. Um in diese Gesell- ,
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Grätz Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Titel
Grätz
Untertitel
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
Autor
Gustav Schreiner
Verlag
Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
Ort
Graz
Datum
1843
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.55 x 20.25 cm
Seiten
638
Schlagwörter
Graz, Steiermark, Stadt
Kategorien
Geschichte Chroniken
Geschichte Vor 1918
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