Seite - 419 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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diplome und der Vestätigungsurtunde vor dem Hochaltäre in
die Hände des Nectors des Jesuiten-Collegiums und der Uni-
versität, welche zugleich, unter den Schutz der heil. Katbarina
gestellt, den Namen Katharinen-Universität mit eigenem
Sigille erhielt. Nach dem Tode des Stifters Karl II , am
10. Juli 1590, bestätigte als Interimsrcgent Erzherzog Ma-
ximilian <^7. Juli 1594) die neue Universität nach ihrem gan-
zen Umfange, und regelte erst vollkommen das Universitäts-
Tribunal durch Einsetzung eines Präses des acadcmischcn Ccn-
sistoriums und mebrer Beisitzer bei der Gerichtsübung für solche
Fälle, wo die Kirchcngcsetze einen unmittelbaren Ausspruch und
thätigcn Antheil geistlicher Personen verbieten. Schon bei Erz-
herzog Karl übte der röinische Hof großen Einftuß auf die Art
und Weise der Gründung des Jesuiten-Collcgiums und der
Universität aus. Vei der persönlichen Anwesenheit des Zungen
Erzherzogs Ferdinands II. im I. 1597 in Rom ward er gänz-
lich für die päpstlichen Ansichten gewonnen und bewegen, beide
auf liegende Vesitzungen zu gründen und durch Erweiterung
der Lehranstalt die Stiftung seines erlauchten Vaters zu erhöhen.
Nach seiner Rückkehr von Rom erkaufte Ferdinand II. sogleich
mehre der Universität nahe gelegene Häuser. Als er hierauf am
28. Jänner 1600 die VestängungsbuUe Papst Clemens VIII.
erkalten hatte, das Stist Mülstadt in Kärnten ganz in den
Besitz der Universität und des Collcgiums zu übergeben, be«
reitcte er noch andere Renten, ließ unter Einfluß des Lavan-
ter-Bischofs und Statthalters Georg Stobäns und des Iesni-
tcnrectors selbst, ein neues uud alle Rechte, Besitzungen, Ren-
ten, Zwecke und Obliegenheiten umfassendes Fundationsdiplom
für Universität und Collegium ausrichten (.Grätz 1. Jänner
1602), und übergab es persönlich dem Nector Paul Neukirch
zum Ncujahrsgcschcnk, als er mit dem ganzen Hofstaate in
das Iefuitcn-Collegium zum Gastmahle gekommen war. Die
stets sich vermehrende Zahl der Studierenden machte eine fer-
nere Erweiterung des Universität« - Gebäudes nöthig, welches
sogleich mit Legung der Grundsteine am 19. April 1607 be-
gonnen und am Schlüsse des Jahres 1609 vollendet dagestan-
den ist. Nun schritt diese schön erblühte höhere Vildungsan-
stalt in dem ihr vorgezcichneten Geleise mehr als 150 Jahre
bis zu den ersten Veränderungen im Studieuwcsen unverrückt
fort, bestätiget und beschützt von allen nachfolgenden Regenten
„ des österreichischen Kaiserhauses. — Der Bau und die Einrichtung
3 einer Sternwarte in dem Gebäude des Jesuiten-Collegiums,
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Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918