Seite - 421 - in Grätz - Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
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turrecht, die Institutionen, das öffentliche allgemeine Völker-
recht, das Feudalrccht, Geschichte unt bürgerliches Recht, über
Polizei-, ssameral- und Finanzwissenschaft vorlasen. — Nach-
tem am 2. Jänner 1782 die seit dem I. 1659 für aNe Nni-
versitäts - Mitglieder gebotene Eidesleistung auf den Glauben
der unbefleckten Empfangniß Maria durch ein eigenes Hofte-
cret abgebracht worden war, erklärte auch eine kaiserliche Ver-
fügung vom 14. September 1782 die Universität zu Grätz,
wclä'e bisher 196 Jahre bestanden hatte, für aufgehoben, und
mit Beibehaltung des Necktet, Dcctorsgrade in Theologie und
Philosophie ferner!'»!! zu ertheilen, in eine gewöhnliche Lvceal-
Studienanstalt '.'erwandelt. Mit dieser wichtigen Veränderung
trat zugleich eine neue Systemisirung der höheren Studien
ein, und es wurden 4 theologische, 3 juridische, 2 medicini-
schc und 3 philosophische Lelner, für theologische Encuclopädie,
Kirchengcschiclue und Privat-Kirchenrecht, für die orientalischen
Videldialecte, griechische Sprache, Hermeneutik, Patrclogie und
theologische Literaturgeschichte, für Togmatik und Polemik, für
Moral und Pastoralcheclogie, für Naturrccht und römisches
Recht, Vorbereitung aus der Geschichte der römischen Gesetze,
für die Hauptgrundsätze des allgemeinen Staats- und Kirchen-
rechtes und für die darauf bezüglichen Gesetze, über politische
Wissenschaft oder Steuer- und Manufacturwesen, Geschafts-
st'.'I, Landwirthschafts-Lehre und statistischen Abriß der öster-
reichischen Provinzial-Verfassung, für Grundlinien der Bota-
nik und ßhcmie, 21-5 <»el!i^2 und für praktischen Unterricht
in Behandlung innerlicher Krankheiten, für Wundarznci- und
Hebannnenlunst, endlich für Mathematik, Logik, Metaphysik,
Etlnk und Physik gegrüntet. Der theologische Lehicuru hatte 4,
der juridische 2, der mcdicinisch-chirurgische 2, und der philo-
sophische auch 2 Jahre. Vom I. 1783 bis zum I. 1804 sind
in dieser Einrichtung des Studicnwesens am L'.)ccum zu Grätz
mehrfache, jedoch eben nicht bedeutende Veränderungen vorge-
nommen worden, welche grösttenlheils nur die Wiedereinfüh-
rung oder Abstellung der lateinischen »md deutschen Sprache
in den Vorträgen, die Trennung mancher Lchrgegcnständc und
die Zutheilung derselben an eigene Professoren betroffen ha-
ben. Am 12. Juli 1805 erließen Se. Majestät Franz I., um
allerhöchst Ihren Wünschen, tugendhafte und gelehrte tüchtige
Staats- und Kirchendiener 'u bilden, energischer zu entspre-
chen, einen neuen Studienplan voll edler Grundsätze und
Zweckmäßigkeit. Das Lvccum gewann dadurch in der philoso-
Grätz
Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Titel
- Grätz
- Untertitel
- Ein naturhistorisch-statistisch-topographisches Gemählde dieser Stadt und ihrer Umgebung
- Autor
- Gustav Schreiner
- Verlag
- Verlag Franz Ferstl'sche Buchhandlung
- Ort
- Graz
- Datum
- 1843
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.55 x 20.25 cm
- Seiten
- 638
- Schlagwörter
- Graz, Steiermark, Stadt
- Kategorien
- Geschichte Chroniken
- Geschichte Vor 1918